Auf ein Siebzehntes

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Wie die meisten Ost-Vereine verbindet auch den 1.FC Magdeburg und Energie Cottbus eine gemeinsame Vergangenheit. Ganze vierzehn mal trafen die beiden Traditionsvereine zwischen 1973 und 1991 in sieben Spielzeiten der DDR-Oberliga aufeinander. Lässt man die Begegnungen mit der zweiten Mannschaft der Ost-Brandenburger außer Betracht, trafen die beiden Kontrahenten nach der Wende erst im Jahr 2008 und dann im Jahr 2013 jeweils in der ersten Runde des DFB-Pokals wieder aufeinander. Unglückliche Begegnungen für den FCM, für die sich die Blau-Weißen am Samstag revanchieren wollen.

Noch zu DDR-Zeiten ging der große FC Magdeburg immer als Favorit in die Duelle mit dem Gegner aus der Grenzstadt. Konnten sich die Blau-Weißen doch von Beginn in der höchsten ostdeutschen Spielklasse bis zu ihrem Ende 1991 behaupten und sogar einige Mal europäisch spielen (Der Pokalsieg 1974 muss selbstredend nicht erwähnt werden), pendelten die Roten von der deutsch-polnischen Grenzen immer wieder zwischen Oberliga und DDR-Liga. Dies lag mitunter daran, dass Cottbus seine besten Talente durch Druck der SED-Parteiführung wohl immer an den Berliner Club BFC Dynamo abgeben musste. Erst in der vorletzten Oberliga-Saison 1989/1990 schafften die Cottbusser den Klassenerhalt und konnten durch den siebten Tabellenplatz sogar an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen.

Den Schwung aus den letzten Oberliga- und damit auch den finalen DDR-Tagen nahmen die Brandeburger mit in die neue Fußballzukunft im wiedervereinigten Deutschland. Nach der Wende drehte sich das Blatt. Der FC Energie erlebte einen Aufschwung, während der 1.FCM in die Unterklassigkeit abrutschte. Die Zahl 3 ist dabei für die Cottbusser ein Dreh- und Angelpunkt in der neudeutschen Aufstiegshistorie. Drei Saisons spielten sie bis 1994 noch in der Oberliga, ehe es für drei Spielzeiten in der Regionalliga auf den Rasen ging. 1997 folgte dann der Aufstieg in die zweithöchste bundesdeutsche Spielklasse, um dann erneut im Jahr 2000 nach drei Saisons in die deutsche Königsklasse aufzusteigen. Dort verbrachten sie – welch Wunder – wieder drei Spielzeiten und stiegen dann wieder in die 2.Bundesliga ab. Aber nur für – genau – drei Jahre, denn 2006 schaffte die Energie den Wiederaufstieg und behauptete sich weitere drei Jahre in der Bundesliga. Erst 2009 folgte der kontinuierliche Abschwung, der den Cottbussern schließlich 2014 den Abstieg in die 3.Liga einbrachte.

Neuer Trainer, altes Pech?

Der setzt sich in der aktuellen Drittliga-Saison fort. Als erfolglosestes Ost-Team haben die Fußballer aus der zweitgrößten Stadt Brandenburgs nach zehn Spieltagen nur acht Zähler auf der Uhr und finden sich dadurch aktuell in den Abstiegsrängen auf Platz 18 der Tabelle wieder. Erste Konsequenzen zog der Club von der polnischen Grenze bereits durch die Entlassung con Cheftrainer Stefan Krämer. Der Nachfolger ist mit dem ungarischen Coach Vasile Miriuta, der schon als Spieler fünf Jahre bei Energie verbracht hatte, bereits gefunden. Mit neuem Elan soll er dem FC zu altem Glanz verhlefen, was anlässlich der aktuellen Situation aber fraglich scheint.

Für den FCM ist es vielleicht die perfekte Möglichkeit, um sich für die Niederlagen im DFB-Pokal von 2008 und 2013 zu revanchieren. Damals unterlagen die Elbkicker mit 0:1 und 1:3. Aktuell auf Platz 8 der Tabelle in der 3.Liga stehen die Ottostädter heute aber so gut da wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr und sind die Überraschungsaufsteiger der Saison. Mit der noch anhaltenden Euphorie aus der bisherigen Saison und dem Block U im Rücken dürfte der FCM gute Chancen haben ihrem angenockten Gegenüber am Samstag einen weiteren schweren Schlag zu verpassen. Die Gesamtbilanz der bisherigen Aufeinandertreffen spricht mit acht Siegen, drei Unentschieden und fünf Niederlagen für den 1.FC Magdeburg.

elbsport.com / Philipp Schöner

Foto: Philipp Schöner

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