Auswärts mit Pech an den Sohlen

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War der FCM noch die auswärtsstärkste Mannschaft der Regionalliga Nordost in der vergangenen Saison, konnten sie in dieser Spielzeit in fremden Stadien noch nicht komplett überzeugen. Vielfach fehlte das Glück. Gegen Mainz, wie gegen die Reservisten von Werder Bremen, lagen sie erst lange in Führung, bis der Gegner oft mehr durch Zufall, als durch Verstand, schließlich den Ausgleich erzielen konnte. In Köln war es am Freitag dann schließlich so weit – die erste Niederlage der Saison stand zu Buche. Dabei waren Magdeburger über die meiste Zeit das bessere Team auf dem Platz.

Eigentlich sah alles ganz gut aus. In den ersten fünf Spielen der dritten Liga ungeschlagen. Drei Heimsiege, zweimal unentschieden. Mit elf Punkten Tabellenplatz 2 für die Elbestädter. Doch eine Hiobsbotschaft kam doch kurz vor dem Spiel: Kapitän und Spielmacher Marius Sowislo fiel mit einem Innenbandanriss verletzt aus. Für ihn rückte Niklas Brandt in den Kader und Neuzugang Jan Löhmannsröben in die offensivere Mittelfeldposition.

Breite Brust macht offensiv

Gegen die Kölner versuchte Trainer Jens Härtel mit einer offensiven 4-2-3-1 Aufstellung vorzugehen. Im Sturm setzte er nach wie vor auf die Tormaschine in blau-weiß, Christian Beck, der auf den Außenpositionen von Youngster Razeek und dem Spanier Manuel Farrona-Pulido unterstützt wurde. Hinter Beck spielte als weiteres offensives Element Routnier Lars Fuchs, dem Niklas Brandt und Löhmannsröben im zentralen und defensiven Mittelfeld Rückhalt gaben. Die Defenisve setzte sich aus Niemeyer, Schiller, Handke und Hainault zusammen und komplettierte mit der gesetzten Nummer 1 Jan Glinker das Team.

Mit etwa 1300 mitgereisten Unterstützern in Vereinsfarben traten die Magdeburger gegen die etwas defensiver im 4-4-2 mit falscher 9 und Doppel 6 spielenden Kölner an. Nach anfänglichen Problemen in der Abwehr fanden die Magdeburger nach fünf gespielten Minuten langsam in die Partie. Vielleicht wurde Felix Schiller durch den Zusammenprall mit Christian Beck wachgerüttelt, vielleicht war es aber auch der Fehler von Biada in der 7. Minute. Der kam nicht an Niemeyer vorbei. Der Verteidiger leitete dann den Konter mit dem Pass auf Lars Fuchs ein. Fuchs suchte Razeek, aber die Flanke kam zu hoch.

Erst kein Glück, dann noch Pech

Erst in der 19. Minute wurden die Magdeburger fündig. Razeek ergatterte den Ball in der eigenen Hälfte, lief über rechts nach vorne, zog in die Mitte und fand Christian Beck, der von den Fans nur „Boom Boom Beck“ genannt wird . Dieser schob, effizient wie er ist, den Ball ins Eckige und netzte ein. Fünfter Treffer im sechsten Spiel, die Bilanz kann sich sehen lassen. Doch die Freude währte nicht lange. 25. Minute. Der kanadische Neuzugang Hainault ging in den Zweikampf mit Kessel und brachte ihn zu Fall. Der Unparteiische zeigte auf den Punkt. Elfmeter für die Kölner, den Mittelfeldakteur Rahn unsepektakulär einschob. Der machte das Doppelpack komplett als er in der 29. Minute zum zweiten Mal den – in dem Fall ungerechtfertigten – Elfmeter versenkte und die Kölner zur 2:1 Führung schoss. Handke war mit Kessel im Sechzehner unglücklich zusammengestoßen. Foul von ihm und Fehlentscheidung des Schiedsrichters.

Als wäre das nicht schon genug gewesen, hatte sich Handke beim Zusammenstoß mit Kessel so stark verletzt, dass er ausgewechselt werden musste. Hiobsbotschaft Nummer zwei folgte prompt: Felix Schiller musste nach einer Verletzung sogar vom Platz getragen werden und nach dem Spiel zur Behandlung auch in Köln verbleiben.

Die bessere Mannschaft als Verlierer

In der zweiten Halbzeit war die gerechtfertigte Verunsicherung der Ottostädter zu sehen und zu spüren, nachdem die Stabilitätsgaranten in der Innenverteidgung ausgetauscht wurden. Zu Unrecht im Hintertreffen gegen mit falscher breiter Brust spielende Karnevalsstädter. Die dominierten dadurch auch über weite Strecken. So kam es zu mehreren gefährliche Aktionen, doch am letzten Mann Jan Glinker kamen sie nicht vorbei. Um nochmal neuen Schwung in die Offensive zu bringen, kam in der 74. Minute Aufstiegsheld Nicolas Hebsich für Lars Fuchs. In der 80. Minute wurde es dann nochmal interessant: Niklas Brandt schoss einen Freistoß knapp über das Tor der Rheinländer. In der 4. Minute der Nachspielzeit bekam Kölns Negelmann zum zweiten Mal Gelb und flog folgerichtig vom Platz. Köln zu zehnt, aber zu spät.

Man kann also getrost sagen, dass am Freitag die bessere Mannschaft verloren hat. Allerdings lag es dieses Mal auch nicht in der Hand der Magdeburger. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters hat das Spiel maßgeblich beeinflusst, womit ein Auswärtsdreier weiter auf sich warten lässt.

Elbsport.com / Philipp Schöner

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