Christian Beck: Die Rückkehr

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Beim 1. FCM ist Christian Beck erfolgreicher denn je. In der letzten Saison wurde er Torschützenkonig der Regionalliga Nordost. Doch der Stürmer hat in seiner Karriere nicht nur Erfolge erlebt. Im Drittliga-Eröffnungsspiel am Freitag trifft er nun auf seinen Ex-Verein Rot-Weiß Erfurt.

Magdeburg im Mai 2008; in der MDCC-Arena absolviert der 1.FC Magdeburg ein Regionalligaspiel gegen Rot-Weiß Erfurt. Nach 90 Spielminuten steht ein 3:3 auf dem Papier. Dass es für mehr als sieben Jahre das letzte Aufeinandertreffen der Teams sein wird, damit rechnen an diesem Tag nur Wenige.

Die Anfänge

In Diensten von Rot-Weiss Erfurt befindet sich zu dem Zeitpunkt auch Christian Beck. Ein großgewachsener Stürmer, der seit seinem achten Lebensjahr für die Erfurter Fußball spielt, und seither alle Jugendmannschaften durchlaufen hat. Auch in der ersten Mannschaft kommt Beck regelmäßig zum Einsatz. Von den Verantwortlichen wird der 20-jährige damals jedoch kritisch beäugt und nur wenige Wochen später zum Halleschen FC nach Sachsen-Anhalt ausgeliehen.

Halle setzt zunächst auf Becks Qualitäten, ehe der sich nach vier Monaten am Meniskus verletzt und von dort an keine Rolle mehr spielt. Nach einem Jahr und gerade mal 18 Spielen kehrt der gebürtige Erfurter frustriert zu seinem Heimatverein zurück, spielt von dort an fast nur noch in der zweiten Mannschaft.

Noch immer zeigt Beck seine Torjägerqualitäten und trifft in 29 Spielen für die Reserve 15 Mal. Durch Unberechenbarkeit und Schnelligkeit vor dem Tor der Gegner zu überzeugen, genau das ist sein Spiel. Die Aufmerksamkeit größerer Vereine hat er jedoch längst verloren, sodass er in der Oberliga bleibt und nach Torgelow, eine 8.000 Einwohner-Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, wechselt.

Die Vereinslosigkeit

12 Monate später, im Sommer 2011, ist Beck wieder in Sachsen-Anhalt. Der Regionalligist Germania Halberstadt hatte sein Interesse bekundet. Für Christian Beck ist es der vierte Club in fünf Jahren – und im Nachhinein wohl ein großes Missverständnis. Nach einer guten ersten Saison in Halberstadt überwirft sich Beck mit dem Verein. Er möchte seinen laufenden Vertrag auflösen, es gibt Spekulationen um vermeintliche Angebote und gegenseitige Anschuldigungen. Beide Parteien beenden schließlich die Zusammenarbeit schließlich. Am Ende steht Beck ohne Vertrag und ohne Verein da…für ein halbes Jahr.

Der Wechsel nach Magdeburg

Im Januar 2013 holt der 1.FC Magdeburg dann Christian Beck aus der Vereinslosigkeit heraus. Ein Transfer, der von vielen Fans kritisch gesehen wird. Doch dieses Mal zahlt er das Vertrauen seitens des Vereins zurück und avanciert innerhalb kürzester Zeit zum Leistungsträger. Mit seinem Spielstil macht er sich bei Fans und Medien schnell einen Namen. Becks Laufwege sind ungewöhnlich, oft taucht er wie aus dem Nichts im Strafraum der Gegner auf und ist dann vor dem Tor eiskalt.

Inzwischen ist Beck fast zwei Jahre in der Landeshauptstadt. Aus dem Spiel der Magdeburger ist er nicht mehr wegzudenken. Seine Bilanz ist überzeugend; in 80 Spielen für den FCM hat er 53 mal getroffen und zudem 26 Tore vorbereitet. Damit hat er einen enormen Teil zum Aufstieg der Magdeburger in die 3.Liga beigetragen. Kaum ein Spieler ist bei den Fans so beliebt wie Christian Beck. Die enorme Entwicklung des 27-jährigen haben derweil auch andere Clubs wahrgenommen. So wurde am Ende der Saison über Wechsel zu Zweitligisten wie RB Leipzig oder Eintracht Braunschweig spekuliert. Auch sein Ex-Verein aus Halle bekundete öffentlich sein Interesse an Beck.

Nun hat Beck jedoch beim 1.FC Magdeburg verlängert – für ein weiteres Jahr. Aus den Fehlern der Vergangenheit hat er gelernt, keine Experimente mehr. „Ich bin jetzt schon länger hier in Magdeburg und habe mir einiges aufgebaut. Das passt“, erzählte er jüngst der Mitteldeutschen Zeitung. Auf der Suche nach einer neuen sportlichen Heimat ist Beck endlich fündig geworden – in Magdeburg. Am Freitag trifft er nun auf seine Ex-Kollegen aus Erfurt. Für den Stürmer wäre ein Tor sicher auch ein Stück Genugtuung.

elbsport.com / Thomas Regniet

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