Damgaard-Show beim EHF-Cup-Viertelfinaleinzug

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Der SC Magdeburg zieht mit einem von Anfang an ungefährdeten 39:22-Kantersieg gegen Dinamo Bukarest ins EHF-Cup-Viertelfinale ein. Als das Spiel schon entschieden ist, macht Michael Damgaard mit sieben Toren in zehn Minuten auf sich aufmerksam. 

Magdeburg – Michael Damgaard braucht nie besonders lange, um sich nach dem Spiel zu duschen und umzuziehen. Während die meisten seiner Teamkollegen noch in der Kabine verweilen, steht Damgaard also auch am Ostersonntag schon wieder draußen in weißem Hemd und schwarzer Hose, bereit für das obligatorische Abendessen mit den VIP-Gästen. Am Rand des nun leeren Feldes, das Kinder zum spielen nutzen, steht Damgaard mit Freunden, Fans und Journalisten und plaudert. Über den hohen 39:22-Sieg gegen Dinamo Bukarest, den damit verbundenen Einzug ins Viertelfinale des EHF-Cups und – auf Nachfrage – auch über seine außerordentliche Leistung, die vielleicht beste der gesamten Saison.

Es war ein ungewöhnlich hoher Sieg gegen das Team aus Rumänien, das betonten alle Beteiligten nach der Partie. Im Hinspiel hatte der SCM noch äußerst knapp mit nur einem Tor Unterschied gewonnen, das Rückspiel gleichte jedoch einer Demütigung. “Es ist schwer, nach einer solchen Niederlage eine Analyse zu machen”, sagte Bukarests Trainer Eliodor Voica.

Bukarest hadert mit Schiedsrichter / Weber hat leichtes Spiel

Dass Voica eine detallierte Zusammenfassung der Begegnung vermeiden wollte, lag womöglich auch daran, dass er damit in eine Tirade über seine Mannschaft hätte verfallen können. Denn auch wenn der SC Magdeburg eine hervorragende Leistung zeigte, vor allem in der Defensive, war die Höhe der Niederlage vor allem auf die Spielweise der Rumänen zurückzuführen. Wohl mehr als die Hälfte der Magdeburger Tore kamen durch einen Gegenangriff zustande, wodurch gerade Robert Weber immer wieder alleine auf den Torwart zurannte und leichtes Spiel hatte. Schon in der ersten Halbzeit haderten die Gäste mit dem Schiedsrichter, gestikulierten, anstatt zurückzulaufen. So war das Spiel bereits zur Halbzeit so gut wie entschieden, beim Stande von 17:9.

In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig. Dinamo Bukarest verrannte sich immer wieder in der Abwehr, mehrmals wurden Würfe von Zeljko Musa oder Finn Lemke geblockt. Im Gegenzug bediente SCM-Schlussmann Dario Quenstedt die Außen Weber und Grafenhorst, die dann alleinstehend einnetzten.

Michael Damgaard mit Geniestreich – Der Däne ist der Lichtblick der Saison

Und dann war da noch die Phase zwischen der 32. und 42. Minute, die man als Damgaard-Show zusammenfassen könnte. Der Däne schoss sieben Mal hintereinander aufs Tor, und jeder Schuss war ein Tor. So leicht sah es aus, dass es irgendwann fast ein bisschen absurd wurde. “Manchmal ist es einfach, Tore zu erzielen und manchmal ist es richtig schwer”, erklärte Damgaard. “Unser Angriff hat heute gut Druck gemacht, das resultiert dann oft in einem eins gegen eins und das macht es leichter für mich”.

Michael Damgaard ist so etwas wie der große Lichtblick in dieser Saison, in der vieles nicht wirklich gut läuft beim SC Magdeburg. Marko Bezjak ist nicht mehr der Zauberer wie 2015, Matthias Musche kämpft immer wieder mit Verletzungen, und die Kreisläufer zeigen offensiv wenig von dem Glanz, den Bartosz Jurecki immer kreierte. Doch Damgaard hält die SCM-Offensive mit seinem Raketenwurf unberechenbar. Manchmal wird ihm vorgeworfen, zu oft den Abschluss zu suchen, und immer weiter zu werfen, auch wenn er nicht trifft. Doch gerade das braucht der Magdeburger Angriff zurzeit, in der oft die Überraschungsmomente fehlen.

Am Sonntagabend verlor Fraikin BM. Granollers überraschend gegen Aalborg Handball, wodurch die Magdeburger nun doch als Gruppenerster ins Viertelfinale gehen. Ein Vorteil ist das aber nicht unbedingt, denn damit trifft der SCM entweder auf Frisch Auf Göppingen oder Saint-Raphael, zwei der stärksten Mitbewerber auf den Turniersieg.

elbsport.com / Mattis Nothacker

Fotos: Nothing else. but Handball

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