Der Elb-Klassiker

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Am Samstag ist es endlich soweit: Das erste Mal seit über acht Jahren gastiert die SG Dynamo Dresden beim 1.FC Magdeburg. Zwei Tage vor dem Spiel wirft Elbsport.com einen Blick auf die gemeinsame Vergangenheit der beiden Rivalen und lässt ein paar der brisantesten Spiele noch einmal Revue passieren.

Magdeburg/Dresden- Die Fans des 1.FC Magdeburg und von Dynamo Dresden pflegen eine intensive Rivalität. Kein Wunder, beide Vereine  gewannen jeweils siebenmal den FDGB-Pokal und sind damit Rekordsieger des Wettbewerbs. In den 1970er Jahren dominierten beide Vereine das Geschehen in der DDR-Oberliga und haben heute noch mit die größten und leidenschaftlichsten Fanszenen in Ostdeutschland.  In 68 bereits gespielten Partien zwischen Magdeburg und Dresden zeigt die Bilanz nach Sachsen. Dabei gehen 21 Siege auf das Konto des 1.FCM, 33 Mal konnte Dynamo das Spiel für sich entscheiden, 14 Partien endeten Unentschieden.

Das erste Aufeinandertreffen

Am 09. September 1962 empfing der frischgebackene Aufsteiger aus Dresden den SC Aufbau Magdeburg und schon die erste Partie hatte es in sich. Die Magdeburger gingen früh durch ein Tor von Hermann Stöcker in Führung. Ein Eigentor des Dresdeners Haustein machte die 2:0 Pausenführung für die Bördestädter perfekt. Doch nach der Pause glich Dynamo durch einen Doppelschlag von Eberhard Fischer und Arnold Pahlitzsch die Partie aus. Jetzt drehten die Magdeburger richtig auf und erzielten zwischen der 58. und 65. Minute drei Tore. Zwar konnte Dresden in der 88. Minute noch auf 5:3 verkürzen,  aber den Sieg der Magdeburger nicht mehr gefährden. Am Ende der Saison sicherte sich der SC Aufbau souverän als Tabellen siebenter den Klassenerhalt während Dresden den Abstieg in die Zweitklassigkeit hinnehmen musste.

Das goldene Jahrzehnt

Eine weitere brisante Begegnung ereignete sich am 07. Januar 1972. Zur Einweihung der neuen Flutlichtanlage im alt ehrwürdigen Ernst-Grube-Stadion empfing der 1.FCM den amtierenden Meister und Pokalsieger aus Dresden. 38.000 Zuschauer sahen zunächst eine unspektakuläre Erste Halbzeit, bis Siegmund Mewes in der 57.Spielminute die Magdeburger mit 1:0 in Führung brachte. Doch dann drohte die Flutlichtparty doch noch ins Wasser zu fallen als Axel Tyll in der 82. Minute ein Eigentor unterlief.  Doch nur eine Minute später erzielte Wolfgang „Paule“ Seguin mit einen Sonntagsschuss den 2:1 Siegtreffer und rettete den Abend für seine Mannschaft und die Fans. Es war der Auftakt einer überragenden Rückrunde für den 1.FCM an deren Ende Kult Trainer Heinz Krügel die erste DDR Meisterschaft nach Magdeburg holen konnte.

Richtig spannend wurde es auch in der Saison 1973/74. Bis zum 23.Spieltag trennten das Spitzentrio  der Tabelle, Magdeburg, Jena und Dresden nur jeweils ein Punkt voneinander. Nachdem der FCM am 24. Spieltag bereits 2:1 in Jena gewonnen hatte ging es eine Woche später zum amtierenden Meister nach Dresden. Bereits nach 6 Minuten sahen die 35.00 Zuschauer in Dresden wie Detlef Raugust das 1:0 für die Magdeburger erzielte. Im weiteren Verlauf der Partie überwanden die Dresdner regelmäßig die Abwehr der Magdeburger. Doch der 1.FCM konnte das knappe Ergebnis über die Zeit retten und sicherte sich die zweite Meisterschaft in der Vereinsgeschichte.  Dynamo landete am Ende der Saison auf Platz drei. Übrigens  war die Meistermannschaft von 1974 mit einen Durchschnittsalter von 22,3 Jahren die jüngste Meistermannschaft in der DDR Geschichte.

Pokalfinale

In der Saison 1977/78 trafen beide Mannschaften im Finale des FDGB-Pokals aufeinander. Die 50.000 Zuschauer in Berlin konnten sich auf das Gipfeltreffen im DDR- Fußball freuen. Mit Dynamo Dresden traf der aktuelle Meister und Tabellenführer der Oberliga auf den Tabellenzweiten aus Magdeburg. Insgesamt standen 19 Nationalspieler auf dem Feld, zehn auf Seiten der Dresdener und neun aus Magdeburg .Obwohl Dynamo vor der Partie als Favorit gehandelt wurde, dominierten die Magdeburger von Anfang an das Spiel. Der 1.FCM ging bereits in der 8. Minute durch einen Kopfballtreffer von Libero Manfred Zapf mit 1:0 in Führung. Im weiteren Spielverlauf fackelten die Magdeburger ein wahres Chancen Feuerwerk auf das Tor der Dresdener ab. Trotzdem gelang es ihnen nicht ein weiteres Tor zu erzielen und so blieb es bis zum Schluss hochspannend. Der Dynamo Angriff konnte jedoch nur eine Torchance in der 74. Minute aufweisen und so konnten die Magdeburger, trotz schlechter Chancenverwertung, zum fünften Mal als Pokalsieger nach Hause fahren.

Die beiden letzten Male

Das vorletzte Derby zwischen Magdeburg und Dresden datiert aus der Saison 2007/08 der Regionalliga Nord. Am 23.Februar 2008 sahen 8.567 Zuschauer einen 1:0 Heimsieg von Dynamo. Patrick Würll erzielte in der 56. Minute das Tor des Tages. Was nach einem ziemlich langweiligen Regionalliga Kick klingt, sollte am Ende der Saison nicht ohne Folgen bleiben. Am Ende der Saison stand Dynamo mit zwei Punkten Vorsprung auf Platz acht der Tabelle und qualifizierte sich somit für die neu gegründete 3.Liga. Der 1.FCM  landete aufgrund eines um 3 Tore schlechteren Torverhältnisses gegenüber Eintracht Braunschweig nur auf Platz elf und musste den Gang in die Viertklassigkeit akzeptieren.

Nach knapp siebeneinhalb Jahren Pause trafen sich die beiden Rivalen am 31. Oktober 2015 wieder. In der eingleisigen 3. Liga gastierte der FCM im Rudolf-Harbig-Stadion und konnte dem Tabellenführer einen klasse Fight liefern. Nachdem Magdeburgs US-Boy Ryan Malone einen Handelfmeter verursachte, den Dresdens Toptorjäger Justin Eilers verwandelte. Vor der Pause konnte Manuel Farrona-Pulido dies mit einem saten Linksschuss egalisieren, bevor Dresdens Angriffsduo Pascal Testroet (73.) und Eilers per Traumtor (81.) den Schwarz-Gelben eine 3:1-Führung herausschossen. In der 89. Spielminute gelang dem Club mit einem Kopfball von Malone noch der Anschluss, aber die drei Zähler blieben schlussendlich in Sachsen.

Elbsport.com /Richard Leimbach

Im April 2016 aktualisiert von Martin Leckelt.

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