2005-2015: Der steinige Weg in den Profifußball

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Am 22. Dezember diesen Jahres zelebrierte der 1. Fußballclub Magdeburg sein 50-jähriges Bestehen. Die Historie des Clubs ist dabei geprägt von Auf und Abs, Erfolgen auf internationaler Ebene und viertklassigem Fußball, großer Euphorie und Insolvenz. Das Alles ist für elbsport.com Grund genug, die Geschichte der Blau-Weißen Kicker zum Jubiläum Revue passieren zu lassen. Heute: Die gerade zu Ende gehende Dekade, in der lange Jahre am Rande der Bedeutungslosigkeit ein frohes Ende finden.

Im Sommer 2005 befand sich der 1. FC Magdeburg in der viertklassigen Oberliga NOFV-Süd. Nach der Insolvenz 2002 setzte sich der Club, der wegen des Umbaus des Ernst-Grube-Stadions in dieser Zeit im Sudenburger Heinrich-Germer-Stadion im Exil spielte, in dieser Spielklasse in der Spitzengruppe fest und peilte deshalb für die Spielzeit 2005/06 den Aufstieg in die Regionalliga an. Hierfür musste die Mannschaft von Trainer und FCM-Legende Dirk Heyne die Staffel gewinnen. Der FCM hatte in dieser Saison den besten Angriff und die beste Abwehr der Liga und hatte am 17. Mai 2006 in einer Nachholpartie des 20. Spieltags die Gelegenheit, den Aufstieg quasi perfekt zu machen. Nach einem 7:0 im oberlausitzischen Neugersdorf hatte der FCM zwei Runden vor Schluss sechs Punkte und 26 Tore Vorsprung auf Platz 2, weshalb Fans und Mannschaft den Aufstieg feierten, obwohl dieser rechnerisch noch nicht endgültig feststand. Nach zwei torlosen Remis gegen Grimma und beim HFC (das Hinspiel gewann der FCM mit 2:0) war die Ligasaison dann auch vorbei und der Aufstieg perfekt. Am Ende hatte Magdeburg fünf Punkte Vorsprung auf den VFC Plauen sowie komfortable elf Punkte mehr als der Drittplatzierte Sachsen/Chemie Leipzig. Mit einem 1:0-Erfolg über den SV 09 Staßfurt konnte auch der Landespokal errungen werden.

Bitteres Ende im Herzschlagfinale

Damit waren die “Größten der Welt” in der Spielzeit 2006/07 in Regionalliga Nord und DFB Pokal spielberechtigt. Im Pokal gegen den SC Paderborn brachte ein Treffer von Sven Kubis in der 88. Minute den FCM in Verlängerung und Elfmeterschießen, wo Magdeburg mit viel Pech 6:7 unterlag. Im Landespokal musste ein zweites Mal die Reserve das Ausscheiden der ersten Mannschaft wettmachen und holte nach einem überraschenden Sieg im Elfmeterschießen gegen den HFC im Viertelfinale, mit einem 3:0 gegen Preußen Magdeburg den siebten Landespokaltitel für die Blau-Weißen. Nach einem 0:0 gegen die Reserve des Hamburger SV und einem 0:5 in Kiel fing sich die Mannschaft von Dirk Heyne und rangierte in einer extrem engen Spielklasse nach der Hinrunde auf dem achten Rang mit nur drei Punkten Rückstand auf die Aufstiegsränge. Nach unten waren es immerhin zehn Zähler, weshalb das selbstgesteckte Ziel Klassenerhalt für die Blau-Weißen bereits zur Pause zum Greifen nah war. Zur Rückrunde trug der Europapokalsieger dann endlich seine Heimspiele im neuen Stadion aus. Nach durchwachsenem Rückrundenstart legte der FCM mit einem 2:2 zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf, bei dem ein 0:2-Rückstand gedreht wurde und auch das erste Tor im neuen Stadion gelang, den Grundstein für eine Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage. Dabei gewannen die Bördestädter zwischen dem 27. und dem 35. Spieltag sogar sieben von acht Partien und belegten nach einem 2:0-Erfolg in Wilhelmshaven drei Spieltage vor Schluss als Aufsteiger sensationell den zweiten Aufstiegsrang, punktgleich mit Tabellenführer FC St. Pauli und fünf Punkte vor den Kickers Emden auf Rang drei. Der Europapokalsieger hatte es also selbst in der Hand und stand 17 Jahre nach der Wende endlich vor dem Aufstieg in den Profifußball und dem Debüt auf der gesamtdeutschen Fußballbühne. Nach einem 1:1 gegen die Zweite von Bayer Leverkusen hatte man immer noch vier Punkte mehr als der neue erste Verfolger aus Osnabrück, es war also nur ein Sieg in zwei Spielen für den Aufstieg von Nöten. Doch eine 2:4-Niederlage in Emden ließ den Vorsprung vor dem letzten Spieltag auf einen Punkt schmelzen. Es gastierte am letzten Spieltag die bereits aufgestiegene Mannschaft des FC St. Pauli im Magdeburger Osten. Der VfL Osnabrück spielte gleichzeitig gegen Rot-Weiß Ahlen, die anderen beiden Aspiranten Wuppertal und Emden trafen im Stadion am Zoo direkt aufeinander. Im erstmals ausverkauften neuen Stadion spielte der Europapokalsieger von 1974 nervös und ging mit einem 0:0 in die Kabine. Da an der Bremer Brücke aber Ahlen sensationell führte und Wuppertal nur mit 1:0 gegen Emden führte, stand der FCM zu diesem Zeitpunkt in der 2. Bundesliga. Allerdings brachte der einstige Regionalligatorschützenkönig Ahmet Kuru die Gäste aus Hamburg nach einer Stunde in Führung, was Björn Lindemann elf Minuten später allerdings zu egalisieren wusste. In Magdeburg fielen keine Tore mehr und weil Emden das Spiel in Wuppertal drehte und eine Magdeburger Niederlage brauchte und Osnabrück zehn Minuten vor Schluss führte, sah es danach aus, als erreichten die Ottostädter endlich Liga Zwei. In der 82. Minute glich Osnabrück zwar aus, was jedoch nach wie vor gereicht hätte. Dies änderte sich allerdings schlagartig in Minute 89, als Thomas Reichenberger das 2:1 für die Niedersachsen schoss und damit die Aufstiegshoffnungen des 1. FC Magdeburg zerschellten.

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Doch so bitter dieses Saisonfinale auch gewesen sein mag, dieser dritte Platz hatte gezeigt, dass die Magdeburger in der Regionalliga mehr als nur mithalten konnten. Das sollte in der Spielzeit 2007/08 von besonderer Bedeutung sein, denn am Ende dieser Spielzeit war in der Regionalliga Nord der 10. Tabellenplatz notwendig, um sich für die neuformierende 3. Liga zu qualifizieren. Doch schon vor Saisonstart musste ein Rückschlag eingesteckt werden, denn Torjäger Aleksandar Kotuljac durfte wegen des verpassten Aufstiegs ablösefrei aus seinem Vertrag aussteigen und schloss sich der SpVgg aus Fürth an. Auch im Pokal war man chancenlos unterlegen und musste sich im ausverkauften Stadion Borussia Dortmund mit 1:4 geschlagen geben. Die Saison lief dann alles andere als erhofft und nachdem man ab dem zwölften Spieltag dauerhaft unterhalb des so wichtigen zehnten Tabellenplatzes stand, wurde Trainer Dirk Heyne im Dezember 2007 nach über vier Jahren freigestellt und durch Paul Linz ersetzt. Trotz neuem Übungsleiter und einigen Winterneuzugängen gelang es der FCM-Elf nicht, sich komfortabel über den zehnten Rang hinaus zu spielen und bis zum Saisonende musste man hart um die Qualifikation kämpfen. Nach einem 2:1-Sieg an der alten Försterei belegte man zwei Spiele vor Schluss den rettenden zehnten Rang, doch eine schmerzhafte Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten RW Essen ließ die Elbestädter vor dem entscheidenden Spieltag punktgleich hinter Eintracht Braunschweig und einen Punkt hinter Essen auf Rang 12 fallen. Jener letzte und 36. Spieltag der Regionalliga Nord 2007/08 sollte dann ein Schicksalsspieltag sein, denn von den großen Traditionsvereinen aus Magdeburg, Essen und Braunschweig konnte nur einer den rettenden Platz zehn ergattern, der Profifußball in einer gesamtdeutschen Liga anstatt regionaler Viertklassigkeit am Rande der Bedeutungslosigkeit bedeutete. Zwar konnte der FCM an diesem Tag in Wuppertal durch Treffer von Winterneuzugang Braham sowie Björn Lindemann mit 2:1 gewinnen, doch weil die Eintracht parallel an der Hamburger Straße mit 2:0 gegen die Reserve von Borussia Dortmund siegte, qualifizierten sich die Löwen ob des drei Tore besseren Torverhältnisses für die neue dritte Liga und der 1. FC Magdeburg musste wie die gegen den VfB Lübeck unterlegenen Essener auch erneut den bitteren Gang in die Viertklassigkeit antreten. Auch im Landespokal konnte der Club keinen Erfolg feiern und scheiterte  im Elfmeterschießen des Finales am Erzrivalen von der Saale.

Vor der Regionalligasaison 2008/09 galt der 1. FC Magdeburg als Aufstiegsfavorit Nummer 1 in der Regionalliga Nord. Auch der Club selbst visierte den Aufstieg an und nachdem man den Saisonstart in den Sand setzte, fing sich das Team von Paul Linz und belegte in der Winterpause den zweiten Tabellenplatz mit nur einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Holstein Kiel. Nachdem die Blau-Weißen allerdings nur eines der ersten sechs Spiele nach der Winterpause für sich entscheiden konnten und der Abstand auf Kiel auf zehn Punkte anwuchs, wurde Linz im März entlassen und durch Steffen Baumgart ersetzt, der im Vorjahr noch selbst ab der Rückrunde für die Domstädter auflief. Doch auch er konnte das Ruder nicht rumreißen und schloss mit dem vierten Tabellenplatz und 14 Punkten weniger als der Staffelmeister von der Ostsee ab. Allerdings wurde im eigenen Stadion vor etwa 13.000 Zuschauern gegen den Erzrivalen aus Halle mit 1:0 der Landesmeisterpokal zum achten Mal errungen und der Zuschauerschnitt in der Liga war mit circa 8.600 der höchste aller 54 Regionalligisten. Nach dem durchwachsenen Saisonabschluss wurde der Vertrag mit Baumgart um ein weiteres Jahr verlängert. Auch in der Spielzeit 2009/10 wollten die Blau-Weißen den Aufstieg in die dritte Liga angreifen und zudem den Landesmeisterpokaltitel verteidigen. Doch nachdem im DFB-Pokal bereits mit 1:3 gegen Bundesligaabsteiger Energie Cottbus Schluss war, erreichte man im Landespokal nicht das Finalspiel und auch in der Liga hatte man nichts bis wenig mit dem Aufstieg zu tun. Im Winter belegte man mit zehn Punkten weniger als Spitzenreiter Babelsberg 03 den fünften Rang und als klar wurde, dass die ambitionierte Zielsetzung, diesen Rückstand aufzuholen, nicht gelingen würde, wurde Steffen Baumgart im März entlassen und bis Saisonende durch Interimscoach Carsten Müller ersetzt. Mit ihm schloss der 1. FC Magdeburg auf Platz sechs mit 21  Zählern Rückstand auf Meister und Aufsteiger Babelsberg 03 ab. Wegen des schlechten Abschneidens fanden sich mehr als 3.000 Zuschauer weniger in der Magdeburger Spielstätte ein.

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Ein Wiederaufbau jagt den nächsten

Nach dem zweimaligen Verpassen des Aufstiegs sollte die Spielzeit 2010/11 zum Neuaufbau genutzt werden. Dazu wurde eine zweistellige Anzahl an Spielern ausgetauscht und mit dem Niederländer Ruud Kaiser kam ein neuer Trainer an die Elbe. Mit zehn Punkten und der Tabellenführung nach vier Spielen startete der dreifache DDR-Meister gut in die Saison, baute hiernach jedoch ab und belegte im Winter den 13. Rang. Erinnerungswürdig war das Sachsen-Anhalt-Derby aus jener Hinrunde, denn dieses wurde aufgrund des Stadionneubaus in Halle außerhalb der Grenzen des Bundeslandes ausgetragen. In einer Nachholpartie des elften Spieltags besiegte der 1. FC Magdeburg am 24. November den sieben Plätze besser dastehenden Erzrivalen im Leipziger Zentralstadion überraschend mit 2:0. Trotz einiger Winterneuzugänge konnte einmal mehr keine signifikante Leistungssteigerung hervorgerufen werden und wieder mal im März wurde der Trainer ausgetauscht. Neuer Übungsleiter wurde der Coach der zweiten Mannschaft, Wolfgang Sandhowe, der mit einer Siegesserie von vier Siegen aus den letzten vier Spielen den Klassenerhalt schaffte und den Absturz in die Fünftklassigkeit verhinderte. Erneut wurde das Landespokalfinale nicht erreicht und auch der Zuschauerschnitt sank erneut auf 4.600. Nach den schwachen Leistungen der vorangegangenen Jahre trat das Präsidium um Volker Rehboldt geschlossen zurück. Neuer Präsident wurde der auch derzeit noch amtierende Peter Fechner.

Es folgte die legendäre Saison 2011/12. Aufgrund der Regionalligareform von drei auf fünf Ligen gab es keinen sportlichen Absteiger und der 1. FC Magdeburg spielte die wohl schlechteste Spielzeit seines Bestehens. Erst am 31. Spieltag feierte man den ersten und einzigen Heimsieg, gegen Saisonende trat Block U in den Stimmungsboykott und Kapitän Daniel Bauer erwirkte eine Vertragsauflösung, indem er gegenüber der Bild-Zeitung äußerte, dass er von Magdeburger Fans vor seiner Haustür bedroht wurde. Was genau in dieser Angelegenheit passierte, ist nicht sicher, allerdings bedeutete dieser Vorfall erhebliche negative bundesweite Presse für den FCM. Auch die Trainersituation in jener Spielzeit gestaltete sich chaotisch: Wolfgang Sandhowe wurde nach zehn Spieltagen gegen Co-Trainer Ronny Thielemann ausgetauscht, der seinerseits später erneut zum Co-Trainer von Carsten Müller degradiert wurde. Auch der vor der Saison geholte Sportchef Detlef Ullrich wurde bereits vor Saisonende wieder freigestellt. Im Frühjahr sorgte ein vermeintliches Angebot der spanischen Investorengruppe ASAP für Aufsehen, die beim FCM einsteigen wollte. Die lehnte der Verein aber aufgrund der Mangelhaftigkeit der Offerte ab. Am Ende der Saison belegten die Magdeburger den letzten Rang der Regionalliga Nord und hatten eine Menge Glück, dass es in jener Saison keinen sportlichen Absteiger gab. Positiv gerieten der FCM und seine Fans Ende März in die Schlagzeilen, als bei der 1:2-Heimniederlage gegen Berlin Ankaraspor etwa 100 kreative Anhänger des FCM den vor dem Tor so ungefährlichen Profis mit bunten Pfeilen den Weg zum gegnerischen Gehäuse zeigen wollte, was es unter anderem bis zu TV Total schaffte.

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Nach zahreichen Rückschlägen kommt der Aufschwung

Nach dieser desaströsen Spielzeit musste einmal mehr ein Neuanfang gewagt werden. In der neuen Regionalliga Nordost startete man mit zwölf neuen Spielern, Andreas Petersen, zuvor Trainer in Halberstadt, als neuem Cheftrainer und dem ehemaligen langjährigen FCM-Kapitän Mario Kallnik als Sportdirektor. Sportlich ging damit eine klare Steigerung einher, das Elbe-Ensemble erreichte einen ordentlichen sechsten Platz. Noch besser lief es im Sachsen-Anhalt-Pokal, wo der siebenfache FDGB-Pokalsieger nach drei Jahren des frühzeitigen Scheiterns mal wieder im Endspiel stand. Im eigenen Stadion traf man bei stürmischem Wetter auf Germania Halberstadt. Das Spiel entwickelte sich zu einem engen und dramatischen Fight, bei dem die Halberstädter in der 88. Minute den Führungstreffer erzielten und fast schon wie der sichere Sieger aussahen. Doch in der 90. Minute konnte Florian Beil die Verzweiflungsoffensive der Blau-Weißen tatsächlich mit dem Ausgleich belohnen. In der Verlängerung hatten die Bördestädter dann endgültig Oberwasser und konnten sich noch einen verschossenen Elfmeter leisten, weil Marius Sowislo und erneut Florian Beil den 3:1-Sieg herausschossen.

Zur Spielzeit 2013/14 wollte man sich weiter in der Regionalliga Nordost stabilisieren und eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte erreichen. Doch nachdem man bereits im DFB-Pokal nach guter Leistung nur knapp gegen Energie Cottbus ausschied, entwickelte sich der 1. FC Magdeburg zu einer positiven Überraschung in der Regionalliga und war zeitweise der einzige halbwegs ernst zu nehmende Verfolger der TSG Neustrelitz, die diese Spielzeit in der Spielklasse dominierte. Nach einer Auswärtsniederlage in Mecklenburg-Vorpommern konnte man den Mannen von Ex-Bundesligatorjäger Thomas Brdarić nicht mehr gefährlich werden und der FCM beendete die Spielzeit auf dem zweiten Platz mit zwölf Zählern hinter Neustrelitz. Auch im Pokal zeigte der Club starke Leistungen und zog ins Finale ein. Dort traf man auf den klassenhöheren Feind aus Halle und das Finale sollte auch im Stadion der Saalestädter ausgetragen werden. Vor 11.987 Zuschauern, davon fast die Hälfte in blau und weiß, versäumten es beide Teams in der regulären Spielzeit einen Treffer zu erzielen. Besonders bedanken konnte sich der Club dabei bei Keeper Matthias Tischer, der mit mehreren Paraden die Null hielt. In der ersten Halbzeit der Verlängerung war es dann Kapitän Marius Sowislo, bereits im Vorjahresendspiel in der Extrazeit erfolgreich, der den Regionalligisten in Führung brachte. Nach dem neuerlichen Seitenwechsel konnte Lars Fuchs auf 2:0 erhöhen und nach einer durch aus dem HFC-Block geworfene Bengalos hervorgerufenen Spielunterbrechung konnte René Lange in der 120. Minute noch einen Freistoß direkt verwandeln.

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Der FCM nach dem gewonnenen Pokalfinale 2014 gegen Halle.

Weil Andreas Petersen die nötige Fußballehrerlizenz fehlte, wurde zu Beginn der Saison 2014/15 mit Jens Härtel ein neuer Cheftrainer präsentiert. Mit dem neuen Coach konnte der Europapokalsieger von 1974 in der ersten Pokalrunde den Bundesligisten FC Augsburg durch ein Tor von Christian Beck aus dem Wettbewerb werfen. In Runde zwei gastierte dann der Champions League-Teilnehmer Bayer Leverkusen am Heinz-Krügel-Platz. Nachdem Hakan Çalhanoğlu die Gäste in der dritten Minute per direktem Freistoß in Front schoss, glich Christoph Siefkes nach 28 Minuten aus. Mit diesem Ergebnis ging es in die Verlängerung, wo Sommerneuzugang Niklas Brandt in der 111. Minute das 2:1 machte, womit die Sensation zum Greifen nah war. Allerdings konnte Kyriakos Papdopoulos für die Rheinländer nochmals ausgleichen und die Werkself entschied das Elfmeterschießen für sich. In der Liga startete der 1. FC Magdeburg durchwachsen in die Saison, startete im Herbst aber eine Siegesserie und stand damit zur Winterpause auf dem dritten Rang. Weitere starke Leistungen sorgten dafür, dass man sich ab Frühjahr mit dem FSV Zwickau ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft lieferte. Mit einem 4:1 bei der Reserve von Hertha BSC am vorletzten Spieltag machten die Blau-Weißen um Torjäger Christian Beck (20 Tore, 11 Vorlagen) die Meisterschaft perfekt. Allerdings war man damit noch nicht aufgestiegen, denn man musste noch die Aufstiegsplayoffs gegen die Offenbacher Kickers überstehen. Das Hinspiel vor 23.100 Zuschauern an der Elbe war hart umkämpft. Eine gute Defensivleistung und ein Treffer von Nicolas Hebisch ließen den FCM mit 1:0 triumphieren. Vier Tage später, am 31. Mai 2015, sollte dann am Bieberer Berg die Entscheidung fallen. Die Gäste kamen gut in die Partie, doch es war der OFC, der in Person von Denis Mangafic die Führung erzielte. Doch Blau-Weiß ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und Felix Schiller besorgte in der 31. Minute nach einer Flanke von Marius Sowislo den Ausgleich. Fünf Minuten später erzielte der kleine Lars Fuchs tatsächlich per Kopf die Führung für den Club. Nicolas Hebisch erzielte kurz nach Wiederanpfiff noch das 3:1 und der 1. FC Magdeburg war 25 Jahre nach der Wende und im 50. Jahr seines Bestehens endlich im gesamtdeutschen Profifußball angekommen, daran konnte auch ein Platzsturm der frustrierten Offenbacher Anhänger nichts ändern.

In der dritten Liga angekommen spielten die Magdeburger Fußballer eine für einen Aufsteiger sehr gute Runde bis zur Winterpause. Der 1. FC Magdeburg belegt den vierten Platz mit drei Punkten hinter dem Relegationsplatz. Ins Stadion kommen regelmäßig mehr als 15.000 und nicht selten auch mehr als 20.000 Zuschauer und der FCM scheint zum 50. Jubiläum bestens für die Zukunft aufgestellt.

elbsport.com / Martin Leckelt

 

Die anderen Teile unserer Serie:

Die zehn fetten Jahre

Der Ostbomber – Die Jahre des Joachim Streich

Die Wendejahre – Eine Zeit des Umbruchs

1995 – 2005: In den Niederungen des Amateurfußballs

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