Des einen Freud, des anderen Leid

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slider wetzlarDer SC Magdeburg und die HSG Wetzlar trennen sich in einer hart umkämpften Partie einen Tag vor Heiligabend 26:26 unentschieden. Bennet Wiegert zeigt sich mit dem Resultat im letzten Heimspiel des Jahres 2015 unzufrieden, Gäste-Coach Kai Wandschneider tritt die Heimreise hingegen mit einem gewonnenen Punkt im Gepäck an.

6.775 Zuschauer hatten am Mittwochabend den Weg in die Magdeburger GETEC-Arena gefunden, um beim letzten Heimspiel des Jahres dabei zu sein. Für eine gute Stimmung war somit schon vor Anpfiff gesorgt, lediglich die zwei Punkte sollten seitens des SCM noch unter Dach und Fach gebracht werden, um sich mit einem positiven Ergebnis aus dem Jahr 2015 zu verabschieden.

Die Anfangsphase der Partie ließ keine Spekulationen auf den späteren Ausgang zu. So war das Spielgeschehen von vielen Fehlwürfen und technischen Fehlern geprägt. Kein Wunder, dass es nach fünf gespielten Minuten lediglich 1:1 stand. Ein gut in Spiel kommender Dario Quenstedt erwies sich als starker Rückhalt, das Magdeburger Angriffsspiel hingegen stockte derweil noch ein wenig. Viele Fehlwürfe trotz aussichtsreicher Positionen musste Bennet Wiegert in seinem ersten Bundesliga-Heimspiel als Cheftrainer verzeichnen. Yves Grafenhorst und Robert Weber auf den beiden Außenpositionen wurden vom Wetzlarer Abwehrverbund komplett aus dem Spiel genommen. In der Folge agierte der SCM ausschließlich über Michael Damgaard, Michael Haaß und Nemanja Zelenovic im Rückraum. Durch diverse Spielzüge konnten die drei Akteure schöne Tore erzielen, dazwischen schlichen sich jedoch immer wieder einfache Ballverluste, welche die HSG in einfache Gegenstoßtore ummünzte. In der 28. Spielminute war es dann soweit – Yves Grafenhorst erzielte das erste Tor über eine der beiden Außenpositionen zum 11:11 Zwischenstand. In die Kabine gingen die beiden Mannschaften jedoch mit einer 11:12-Gästeführung.

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Gästekeeper Wolff hielt sein Team mit einigen guten Paraden im Spiel (hier gegen Robert Weber).

Die zweite Halbzeit eröffnete der gut aufgelegte Michael Damgaard mit einem seiner sieben Treffer zum 12:12. In der Folge blieb der Spielstand kontinuierlich eng. Beide Teams vergaben viele Chancen, sodass in der 40. Minute ein 16:16 auf der Anzeigetafel stand. In der Folge fand der SCM-Angriff besser ins Spiel, während die Verteidigung kompakt stand. 13 Minuten vor dem Ende der Partie lag der SCM mit drei Toren in Front, woraufhin auch das Publikum in Fahrt zu kommen schien. Kai Wandschneider reagierte prompt und legte die Grüne Karte, bevor den Gästen das Spiel komplett zu entgleiten drohte. Durch einen starken Steffen Fäth kamen die Hessen jedoch zurück in die Partie und konnten in der 54. Spielminute zum 24:24 ausgleichen. Die Stimmung in der GETEC-Arena drohte nun wieder zu kippen, nachdem man die komfortable Führung aus der Hand gegeben hatte. Eine dramatische Schlussphase sollte darauf folgen. 55 Sekunden vor dem Abpfiff entschieden die Unparteiischen auf einen 7-Meter-Wurf für Wetzlar. Maximilian Holst, der bis dahin alle sechs Strafwürfe verwandelt hatte, trat an, scheiterte jedoch an Dario Quenstedt. Nun blieb den Hausherren noch eine gute halbe Minute um den goldenen Siegtreffer zu erzielen. Als noch 13 Sekunden zu spielen waren nahm Bennet Wiegert die letzte Auszeit des Spiels. Eine strukturierte Aktion sollte zum Sieg verhelfen. Letztlich scheiterte jedoch Michael Damgaard mit einem Distanzwurf an Wetzlars Evars Klesniks, der den Ball blockte.

Kai Wandschneider zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit dem gewonnenen Punkt. „Es war ein echter Krimi heute. Ich denke um diese Jahreszeit brauchen das weder Magdeburg noch wir, aber letzten Endes ist es so gekommen. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt heute“. Den Schlüssel zum Erfolg sah er in der guten Verteidigung sowie der taktischen Vorgabe „den gefürchteten Magdeburger Gegenstoß, vor allem die Außen, abzufangen, also den Rhythmus zu stören“.

Bennet Wiegert strahlte hingegen Unzufriedenheit aus. „Wenn Kai sagt, er ist sehr zufrieden, ist bei mir natürlich das Gegenteil der Fall. Ich glaube, dass wir den Anspruch haben, jedes Heimspiel zu gewinnen und das haben wir heute leider nicht immer auf den Punkt bekommen. […] Ich sehe auch den Knackpunkt in der 44. Minute, wo wir mit drei Toren weg sind und diese Führung einfach so leichtfertig wieder hergeben. […] Wir nehmen noch die Auszeit mit einer klaren taktischen Ansage und kriegen auch das leider nicht auf den Punkt. Das passt so ein bisschen zu diesem Spiel heute. Dementsprechend bin ich natürlich nicht so zufrieden und hätte mir eine bessere Leistung von uns heute erwünscht und einfach erhofft“.

Die Hessen empfangen am Samstag in der heimischen RITTAL-Arena die TuS N-Lübbecke zum letzten Spiel des Jahres. Der SC Magdeburg reist am selben Tag nach Mannheim, um bei den Rhein-Neckar-Löwen anzutreten. Dabei werden die Sachsen-Anhalter weiterhin mit einem dezimierten Kader um die zwei Punkte kämpfen müssen. Dem sportlichen Leiter Steffen Stiebler zufolge wird keiner der verletzten Spieler rechtzeitig zurückkehren.

elbsport.com / Felix Balß

Foto: Axel Kammerer

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