“Die Atmosphäre sucht ihresgleichen”: Im Gespräch mit Marco Bertram (turus)

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Es ist eine besondere Saison für den 1.FC Magdeburg. In der vergangenen Saison stieg der Europapokalsieger von 1974 in die 3. Liga auf und trotz einem der vermeintlich geringsten Etats der Spielklasse, hält die Elf von Jens Härtel voll mit und war die gesamte Saison im oberen Drittel der Liga ansässig. Das schlägt sich auch auf den Rängen nieder, wo die ohnehin herausragende Stimmung teils auf die Sitzplatztribünen herüberschwappte und so für unglaubliche Bilder sorgte. Elbsport.com fragt sich: Wie einzigartig ist diese Stimmung in Deutschland?

Gegen Münster haben sie es gemacht, beim 50-jährigen Jubiläum gegen Mainz II ebenso wie vergangene Woche beim Elb-Klassiker gegen Dynamo Dresden: Zu “Vorwärts Magdeburger Jungs” zeigte nicht nur Block U Klatscheinlagen, hüpfte geschlossen, wedelte mit den Schals und machte die “Raupe”, auch die anderen Tribünen – selbst der VIP-Bereich der Haupttribüne –  stimmten mit ein und sorgten so für ein beeindruckendes Schauspiel auf den Traversen. In den meisten anderen deutschen Stadien wäre so ein Bild wohl undenkbar. Dort beteiligen sich die Sitzplatzfans meist nur an der Stimmung, wenn die Kurve sie zum Aufstehen auffordert oder ein Wechselgesang angestimmt wird. Auch die Kurven selbst supporten vielerorts nicht immer so geschlossen und lautstark wie Block U; die Mitmachquote beschränkt sich teils nur auf einen Haufen rund um die örtliche Ultrágruppierung.

Auch Marco Bertram, unter anderem Autor bei turus.net, schätzt die Atmosphäre im Heinz-Krügel-Stadion im Augenblick großartig ein: “Mit riesiger Euphorie ging es in die aktuelle Spielzeit, die Begeisterung war in jeder Ecke des Stadions zu finden. Von Vorteil ist auch die Struktur des Publikums. Ein Eventpublikum kann nicht ausgemacht werden, vielmehr sind nun alle am Start.” Zwar meint der Autor mehrerer Fußball-Bücher, dass auch in Magdeburg der Drittligafußball irgendwann zum Alltag werden wird, aber: “In der Gegenwart sucht die Atmosphäre ihresgleichen.”

Auch für die grundsätzliche Stimmung, die in weniger außergewöhnlichen Momenten von Block U ausgeht, hat Bertram nur positive Worte übrig: “Block U ist eine Hausnummer. Eine enorme Mitmachquote.” Ebenso stark sei der Fanblock des FCM in der Umsetzung von Choreos, was aber auch aktuell nicht überrasche, da dies auch schon zu Regionalligazeiten so gewesen sei. Bertram resümiert: “Block U ist wirklich großartig, aber das sind der K Block in Dresden, die Südtribüne in Rostock und die Heimkurven bei Eintracht Frankfurt und beim 1. FC Nürnberg auch. Das nimmt sich nicht viel.”

Einmalig sei in Magdeburg allerdings, das eingangs erwähnte “Vorwärts Magdeburger Jungs”, bei dem das gesamte Stadion mitmacht. Gerade, dass dies teilweise 20 Minuten lang anhält, sei erstaunlich.  Marco Bertram meint jedoch, dass sich das in Zukunft einpendeln wird und dass sich manch ein Heimspiel aus dieser Drittligasaison nicht so schnell wiederholen wird: “Aber so ist das nun mal. Ich betone noch mal: 25 Jahre lang Amateurfußball – und dann volle Hütte im Profifußball. Ein Verein mit großer Geschichte. Gibt es einen ähnlichen Fall im deutschen Fußball? Ich denke nicht.”

 

elbsport.com/Martin Leckelt

Fotos: Oliver Wiebe

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  1. Mike Benecke

    ….eventuell könnte man ja mal erwähnen, das “Vorwärts Magdeburger Jungs” eine ureigenste Kreation der magdeburger ist und 2006 in Düsseldorf uraufgeführt wurde……das schießt ein Tor für uns wurde dann berühmt, als magdeburg ein eigentor schoß und ganz “düsseldorf” dann das lied sang, was sie vorher 70 minuten hören mussten, am nächsten spieltag sangen es dann die DD in oberhauersen, statt vorwärtz dann aufgehts……und so wird es heute deutschlandweit gesungen….

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