Foto: Felix Einecke

Die Gedanken schon woanders

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In einem Spiel, das bei der großen Vorfreude über die kommenden Relegationsspiele zur Nebensache wird, verliert der 1. FC Magdeburg mit 1:2 gegen Absteiger Viktoria Berlin. Trainer Jens Härtel misst der Niederlage keine große Bedeutung bei, lediglich die Standard-Gegentore seien eine wichtige Warnung für die Spiele gegen Offenbach. 

Magdeburg – Dass die Fans einer Fußball-Mannschaft nach einer Niederlage jubelnd einen Platzsturm veranstalten, ist vielleicht ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Das letzte Saisonspiel des 1. FC Magdeburg war das beste Beispiel dafür.

Die Magdeburger Fans interessierte es nicht, dass ihre Mannschaft soeben mit 1:2 verloren hatte, es interessierte sie nicht, dass der Gegner Viktoria Berlin Tabellenletzter und bereits abgestiegen war. An diesem Samstag hatten die FCM-Anhänger nur ein Bedürfnis: mit ihrem Team die Meisterschaft zu feiern.

Nach dem Abpfiff kämpften die Ordner eine zeitlang mit den Fans, dann gaben sie auf. Hunderte rannten auf den Rasen, umarmten ihre Spieler und baten sie um Autogramme.

Nicht nur die Fans sind in den Gedanken bei Offenbach

Es war eine merkwürdige Partie zwischen dem 1. FC Magdeburg und Viktoria Berlin, eine Partie zwischen zwei Mannschaften, die womöglich bald zwei Ligen entfernt voneinander spielen werden. Nicht nur die Fans, die eine große Vorfreude auf die Relegation versprühten, waren in den Gedanken bereits beim Spiel gegen die Kickers Offenbach am Mittwoch. „Unsere Serie ohne Niederlage wollten wir schon halten“, erklärte Trainer Jens Härtel nach der Begegnung. „Natürlich ist unser Blick aber in erster Linie auf die zwei nächsten Partien gerichtet“.

Trotz aller Unwichtigkeit des Spiel-Ausgangs ließ Härtel viele seiner Leistungsträger von Beginn an auflaufen. Toptorjäger Christian Beck, Abwehrchef Steffen Puttkammer sowie Kapitän Marius Sowislo standen allesamt in der Startelf, nur Nicolas Hebisch, Lars Fuchs, Sven Reimann, Kevin Kruschke und Felix Schiller schonte er. Youngster Tarek Chahed durfte zum ersten Mal von Anfang an ran.

Wie so oft in dieser Saison gehörten die ersten Minuten den Magdeburgern. Nur wenige Minuten waren gespielt, da zeigte Schiedsrichterin Sandra Blumentaal auf den Elfmeterpunkt. Rico Morack hatte eine Flanke von Sowislo mit der Hand abgeblockt. René Lange legte den Ball auf den Punkt und setzte ihn in die Maschen.

Berlin von Ausgleich beflügelt

In der 22. Minute wurde das Stadion dann wieder leise. Maximilian Watzka zirkelte den Ball per Freistoß auf Caner Özcin, der ihn über die Linie köpfte – 1:1. Von dem Ausgleich beflügelt, legten die Berliner nach und erspielten sich einige gefährliche Torchancen. In der 39. Minute konnte die Magdeburger Hintermannschaft im Strafraum gerade noch einen Pass von Özcin abfangen, eine Minute später lief Özcin gemeinsam mit Julian Austermann auf FCM-Torwart Matthias Tischer zu – der Schlussmann rettete mit einer Glanztat. Kurz vor dem Halbzeitpfiff tauchte Hamann im Berliner Sechszehner auf, doch ihm versprang der Ball.

Nur fünf Minuten waren in Hälfte zwei gespielt, da ließ Härtel seine drei vielleicht wichtigsten Spieler auswechseln. Sowislo, Beck und Hammann verließen der Platz, Sven Reimann, Nils Butzen und Nicolas Hebisch kamen rein.

Ab dem Dreierwechsel sinkt der Unterhaltungswert

Ab diesem Zeitpunkt verlor das Spiel zunehmend an Unterhaltungswert. Interessant zu beobachten war lediglich die nun ungewohnt offensive Rolle von Steffen Puttkammer, der immer wieder im Strafraum auftauchte und mit einer überraschend guten Technik öfter den einen oder anderen Spieler stehen ließ. Der Siegtreffer für Viktoria fiel dann in der 69. Minute. Erneut war es Watzka, der per Standard den Kopf eines Mitspielers fand. Mit einer Ecke bediente er Kevin Kahlert, der das Leder in das Netz drückte.

„Viktoria hat gezeigt, wie einfach man ein Spiel drehen kann“, erklärte Härtel später. „Mit zwei Standards haben sie sich zurück ins Spiel gebracht – auf diesem Terrain ist auch Offenbach sehr gut“. Die Niederlage wollte er trotzdem nicht überbewerten. Dass nahm ihm keiner übel – vor allem nicht die Fans.

elbsport.com / Mattis Nothacker 

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