Die Hauptkonkurrenten des SCM

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Die neue Saison der DKB Handball-Bundesliga steht an. Am Sonntag, den 23. August, geht es für den SC Magdeburg im ersten Spiel der Saison zuhause gegen den Bergischen HC. Als vierter der vergangenen Saison wollen die Magdeburger diese Saison wieder oben angreifen und „die Leistung der letzten Saison bestätigen“, wie es Kapitän Fabian van Olphen im Interview mit elbsport.com ausdrückte. Aber natürlich wollen wieder eine ganze Reihe Teams oben um die Plätze für die internationalen Wettbewerbe oder sogar die Meisterschaft mitspielen. Wir werfen einen Blick auf die Konkurrenten des SCM für die Saison 2015/2016.

 

THW Kiel: Als Serienmeister und Titelverteidiger sind die Kieler wieder absoluter Topfavorit auf die Meisterschaft. In der letzten Saison mussten sich die Magdeburger in beiden Begegnungen klar geschlagen geben, im Hinspiel unterlag man sogar 22:34 in Kiel. Außerdem konnte sich der THW sogar für das Champions League Final-Four qualifizieren, wo er dann jedoch im Halbfinale und im Spiel um Platz 3 jeweils unterlag.

Für die neue Saison haben sich die Norddeutschen mit Nationalspieler Christian Dissinger und Oldie Torsten Janssen verstärkt. Der 38-Jährige soll den Langzeitverletzten Dominik Klein auf Linksaußen ersetzen. Dafür muss man ab der kommenden Saison auf Kapitän und Vereinsikone Filip Jicha verzichten, der aufgrund privater finanzieller Probleme zum FC Barcelona wechselt.

Außerdem haben Ersatztorhüter Andreas Palicka, für den jedoch mit Niklas Landin von den Rhein-Neckar-Löwen und Nikolas Katsigiannis Ersatz gefunden wurde, und Rückraumstar Aaron Palmarsson das Team im Sommer verlassen.

Fazit: Mit dem Abgang von Palmarsson und Jicha verliert der THW zwei eigentlich unersetzbare Spieler und wird es im nächsten Jahr vor allem international schwer haben. In der Bundesliga kann es von den Namen her dennoch kein Team, auch nicht der SCM, mit dem THW aufnehmen. Der Titelverteidiger bleibt Favorit.

 

Rhein-Neckar-Löwen: Der Vizemeister der letzten Saison will wie immer in den letzten Jahren ganz oben angreifen. Nach zuletzt zwei Vizemeisterschaften soll nun der ganz große Wurf gelingen und endlich der Rivale aus Kiel übertrumpft werden. Mit Bjarte Myrhol verabschiedet sich auch hier eine Vereinslegende, die von Hendrik Peteler oder auch Rafael Baena am Kreis ersetzt werden soll. Außerdem werden die Torhüter ausgetauscht: drei Keeper haben die Löwen verlassen, zwei neue wurden geholt.

In der vergangenen Saison gab es für das Team von Geir Sveinsson auch gegen die Löwen zwei Niederlagen. Am 1. Spieltag unterlag man noch denkbar knapp 23:24 in Mannheim, am letzten Spieltag gab es zum Abschied von Jurecki auf der einen und Myrhol auf der anderen Seite eine 27:32 Niederlage. Allerdings war der Tabellenplatz beider Mannschaften bereits vor dem Spiel sicher, sodass das Ergebnis nicht überbewertet werden sollte.

Fazit: Der Kader der Löwen hat sich qualitativ nicht sonderlich verändert, ein Platz in den vorderen Rängen ist ihnen ebenfalls sicher. Auch hier wird sich der SCM wohl hinten anstellen müssen, aber eine Überraschung ist immer möglich.

 

SG Flensburg-Handewitt: Der Pokalsieger aus Flensburg wurde letztes Jahr in der Liga zum zweiten Mal in Folge Dritter. Auch die Flensburger richten den Blick dieses Jahr wieder nach oben. Am Ende der letzten Saison fehlten noch neun Punkte auf die Rhein-Neckar Löwen, vor allem die Auswärtsausbeute soll aufgebessert werden. Auf des Gegners Platz standen nämlich am Ende der letzten Saison „nur“ 21 von möglichen 34 Punkten. Den Champions-League-Sieger vor zwei Jahren schmerzen in diesem Sommer vor allem die Abgänge von Lars Kaufmann, der zurück zu seinem alten Arbeitgeber Frisch Auf! Göppingen wechselt, und Draško Nenadić. Der Serbe wechselt zum Ligakonkurrenten aus Hamburg. Dafür holt die SG gleich drei Spieler vom HSV. Mit Henrik Toft Hansen, Petar Đorđić und vor allem Rückraumstar Kentin Mahé wechseln drei hochklassige Spieler an die Ostsee. Der Weltmeister erzielte in der Spielzeit 2014/2015 161 Tore für den HSV. Die Flensburger rüsten also auch für die nächste Saison auf.

Fazit: Mit der SG ist im nächsten Jahr auf jeden Fall im Kampf um den Titel zu rechnen. Mit den Neuzugängen vom HSV und der Motivation des Pokalerfolgs, sowie der Wildcard für die Champions League ist die SG einer der ganz heißen Titelkandidaten. Trotz einem 29:26 Erfolg zuhause und sogar einem 30:26 in Flensburg wird es auch für die Magdeburger in der nächsten Saison ganz schwer, an den Norddeutschen vorbei zu kommen.

 

Frisch Auf! Göppingen: Die Überraschungsmannschaft aus Göppingen hat sich mit einer überzeugenden Leistung in der Liga als Fünfter für den EHF-Pokal qualifiziert, in der letzten Saison waren sie noch im unteren Mittelfeld angesiedelt. Damit bestätigten sie endlich ihre starken Leistungen im EHF-Pokal, den man sowohl 2011 als auch 2012 gewinnen konnte. Es ist die erste Qualifikation für das internationale Geschäft seit 2011. Im Sommer haben auch hier mit Chritian Schöne und Dragos Oprea zwei absolute Urgesteine den Verein verlassen. Außerdem verabschiedeten sich mit dem serbischen Kreisläufer Bojan Beljanski und Torhüter Nikola Marinovic zwei wichtige Leistungsträger nach Österreich bzw. in die Schweiz.

Dafür konnte man einen alten bekannten aus Flensburg zurückholen: Lars Kaufmann. Bereits von 2009-2011 stand „Lucky Luke“, wie er wegen seiner extrem harten Würfe genannt wird, im Aufgebot der Göppinger. Die großen Namen fehlen ansonsten bei den Neuzugängen, aber man verstärkte sich mit jungen Spielern am Kreis und auf beiden Außenpositionen.

Das Hinspiel gegen den SCM in der letzten Saison endeten 32:32 in Magdeburg, in Göppingen gab es einen 36:33 Erfolg für die Elbestädter.

Fazit: Die Göppinger werden es von allen international spielenden Mannschaften am schwersten haben, ihre Vorjahresplatzierung zu halten. Die letzten Jahre in der Liga waren eher durchwachsen und mit der Doppelbelastung durchs internationale Geschäft wird es sehr schwer für die Mitteldeutschen am Ende wieder in den Top 5 zu landen.

 

Füchse Berlin: Der Rivale des SCM geht mit dem Selbstvertrauen des gewonnenen EHF-Pokals in die neue Saison. In der Liga lief es für die Hauptstädter allerdings nicht wirklich rund. Nur Platz 7 stand am Ende zu Buche, vor allem weil man auswärts nur 14 von möglichen 36 Punkten holte.

Entsprechend wurden viele Transfers getätigt, um den nationalen Ansprüchen wieder nachzukommen. Neun Spieler mussten den Verein verlassen, sechs neue wurden geholt. Bei den Abgängen schmerzen vor allem Konstantin Igropulo, Pavel Horák und Evgeni Pevnov. Außerdem beendet Iker Romero seine Karriere. Bei den Neuzugängen sind keine ganz großen Namen dabei, aber sie verstärken den Kader insbesondere in der Breite. Auch ein neuer Trainer wurde mit Erlingur Richardsson gefunden, der damit Dagur Sigurdsson ablöst.Den SCM und die Berliner verbindet seit jeher eine Rivalität, wobei der SCM lange Zeit die Nase vorne hatte. In den letzten Jahren schienen die Füchse nun an den Magdeburgern vorbeizuziehen, doch mit der letzten Saison zeigten die Magdeburger, dass sie die Füchse durchaus noch übertrumpfen können. Die Aufeinandertreffen in der letzten Saison gewann die jeweilige Heimmannschaft: die Magdeburger mit 30:26 und die Berliner mit 32:27.

Fazit: Nach dem enttäuschenden 7. Platz in der Liga wollen die Berliner wieder oben angreifen, die Abgänge schmerzen jedoch. Wenn der SCM seine Leistung der letzten Saison in ähnlicher Weise wieder abrufen kann, sollte man am Ende vor den Berlinern in der Tabelle stehen.

 

Gesamtfazit: Ins Titelrennen wird der SCM dieses Jahr wohl noch nicht eingreifen. Dafür sind die Kader der Löwen und vor allem der des THW Kiel zu stark. Aber gerade mit den Rückkehrern Yves Grafenhorst und Andreas Rojewski kann der SCM sicherlich zum Angriff auf Rang 3 blasen. Nach dem Auswärtssieg bei der SG Flensburg-Handewitt in der letzten Saison am 22. Spieltag kletterte der SCM schon zwischenzeitlich auf den dritten Rang. Doch dann kam ein Tief und ein sehr schwaches Saisonfinale, auch wegen den Verletzungen der beiden Leistungsträger Grafenhorst und Rojewski. Es könnte also durchaus ein Duell zwischen Magdeburg und Flensburg um den begehrten dritten Rang geben, der mit hoher Wahrscheinlichkeit wie in der letzten Saison die Wildcard für die Champions League verspricht. Und wenn eine der beiden Topmannschaften nicht über die ganze Saison ihr volles Potenzial abruft, dann ist vielleicht sogar mehr als Platz drei möglich.

elbsport.com / Alexander Klarner

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