Die Sache mit den Verträgen

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Der Zusammenhalt ist die große Stärke beim 1.FC Magdeburg.

Traditionell zum Jahresanfang öffnet auch in der 3. Liga das Transferfenster am 1. Januar. Während sich die Mannschaft um Trainer Jens Härtel am 4.Januar zum Trainingsauftakt trifft, um anschließend vom 6. – 13. Januar die klimatischen Vorteile in Novo Sancti Petri, Spanien, für das Trainingslager auszunutzen, kommen auf FCM-Sportdirektor Mario Kallnik ganz andere Aufgaben zu. Die Kaderplanung für die kommende Saison steht auf dem Plan und das Spielerkarussell fängt an sich zu drehen.

Der Anfang ist gemacht. Mit 32 Punkten verabschiedete sich der 1.FC Magdeburg in die Winterpause. Damit sich das Team von Trainer Jens Härtel auch perfekt auf die schwierige Rückrunde vorbereiten kann, fährt der FCM wieder einmal in das Trainingslager nach Spanien. In Magdeburg hingegen schweifen die Blicke schon viel weiter. Die erfolgreiche Hinrunde des Clubs zwingt die Verantwortlichen an der Elbe dazu, weiterführende Pläne zu schmieden. Neben der anvisierten Ausgliederung des Vereins im Frühjahr 2016 steht nun auch der Lizenzantrag für die 2.Bundesliga auf der Agenda. Diese muss bis März 2016 eingereicht werden und birgt einige Schwierigkeiten, da der Antrag für die 2.Bundesliga bei der Deutschen Fußball Liga eingereicht werden muss, während die Lizenz für die 3.Liga vom Deutschen Fußball Bund erteilt wird.

Härtel und Beck – reine Formsache
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Wie lange können sie noch gemeinsam jubeln?

Doch auch die Kaderplanung für die neue Saison wird in Magdeburg forciert. So besteht nach Vereinsangaben Handlungsspielraum für Wintertransfers, die auch am besten mit in das Trainingslager fahren sollen. Neben möglichen Neuzugängen muss sich Kallnik aber auch um die auslaufenden Verträge in der Mannschaft kümmern. Ganze 14 Verträge (!) laufen im Sommer 2016 aus. Darunter sind auch einige Leistungsträger des Vereins, die sich sicherlich auf einen neu dotierten Vertrag freuen dürfen. Sich selber einen neuen Vertrag verpassen könnten sich die beiden prominentesten FCM-Angestellten zurzeit. Mit Top-Torjäger Christian Beck und Aufstiegstrainer Jens Härtel haben die beiden Erfolgsgaranten des FCM eine Klausel im Vertrag, die es dem Club erlaubt, die Verträge bei Klassenerhalt automatisch zu verlängern. Zwar zeigen neben Arminia Bielefeld offenbar auch noch der Hamburger SV und der VfL Bochum Interesse an Christian Beck, jedoch bezeichnet der 15-Tore Mann einen Wechsel im Winter als „undenkbar“. Doch die Schmerzensgrenze für Beck, die bei 500.000 Euro liegen soll, dürfte die Interessenten nicht abschrecken.

Das Grundgerüst steht

Darüber hinaus sollten die Vertragsverlängerungen von Kapitän Marius Sowislo, Außenverteidiger Nils Butzen, Mittelfeldmann Niklas Brandt und dem Verteidigerpärchen Christopher Handke und André Hainault ganz oben auf der Liste von Kallnik stehen. Alle Spieler rufen wöchentlich herausragende Leistungen ab und bilden mit Christian Beck die Achse im Team. Dazu zählt auch Torhüter Jan Glinker, der seinen Vertrag erst letztlich bis 2018 verlängert hat. Diese abgeschlossene Personalentscheidung wirft jedoch einen Schatten auf die Torhüterposition beim FCM. So scheint es, dass der FCM mit Glinker in die Zukunft gehen will. Die Zukunft gehört auch dem jungen Torwart Lukas Cichos, der regelmäßig im Pokal zu seinen Einsatzzeiten kommt. Dann bleibt die Frage, was mit FCM-Urgestein Matthias Tischer passiert, dessen Vertrag auch im Sommer ausläuft. Droht dem 30-jährigen nach 19 Jahren beim Club das Aus?

Reimann und Kruschke sind unzufrieden

Vor dem Aus stehen auch Sven Reimann und Kevin Kruschke. Die beiden spielen unter Härtel so gut wie keine Rolle und warten bei den Elbestädtern noch auf ihren Durchbruch. Bei dem jungen Reimann bietet sich zwar eine Verlängerung mit einer möglichen Ausleihe an, so wie es auch momentan bei Torge Bremer gemacht wurde. Der 21-jährige hat bei seinem neuen Verein Germania Halberstadt 13 Spiele in der Regionalliga Nordost bestritten und sammelte dort auch die nötigen Einsatzzeiten für einen jungen Spieler.

Warten auf die Rückrunde
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Nicolas Hebisch ist nur zweite Wahl hinter Beck.

Ein Fragezeichen steht hinter den Verträgen von dem zurzeit verletzten Ryan Malone. Der US-Amerikaner spielte sich nach Anfangsschwierigkeiten zur Mitte der Hinrunde in den Fokus und überzeugte als Abwehrspieler bei Standardsituationen auch in der Offensive. Nun wirft ihn die Verletzung wieder einen Schritt zurück und lässt die Verantwortlichen in der Vertragssituation zunächst einmal bedeckt. Dass er Talent hat, stellte Malone aber unter Beweis. Auch bei Burak Altiparmak und Nicolas Hebisch ist Talent zu erkennen, jedoch zeigen die beiden ambitionierten Spieler das zu selten. Zwar wusste Altiparmak mit Spielwitz zu gefallen, wirkte in der Rückwärtsbewegung aber manchmal zu unbeholfen und in den entscheidenden Duellen zu hektisch. Auch bei Hebisch scheint der Knoten noch nicht geplatzt. In der Rolle hinter Beck wartet der Stürmer, der auch auf den offensiven Außenpositionen eingesetzt werden kann, immer noch auf seine Chance. In den Spielen, in denen er sie bekam, konnte er jedoch nicht vollends überzeugen, sodass auch bei Hebisch noch ein Fragezeichen steht. Lars Fuchs müsste eigentlich nur noch eine Unterschrift unter den Vertrag setzen. Dem Routinier soll nach Vereinsangaben seit einem halben Jahr ein Vertrag vorliegen. Dass er sich bei der Entscheidung so viel Zeit lässt, hat vermutlich auch mit seinem Verletzungspech in dieser Saison zu tun, sodass die Frage aufkommt, ob der „Fuchser“ physisch in der 3.Liga auf Dauer mithalten kann.

Nach den erholsamen Feiertagen bleibt für Mario Kallnik noch viel zu tun. Die entscheidende Phase der Saison scheint beim FCM nun in beiden Bereichen, sowohl dem sportlichen als auch dem betrieblichen, angebrochen zu sein.

elbsport.com/ Nicolas Stange

Fotos: Oliver Wiebe

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