Eine denkwürdige Spielzeit – Die Rückrunde des FCM

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Kinsombi SliderMit einer Niederlage im Landespokalfinale endete die Saison 2015/16 für den FCM. Doch es war eine denkwürdige Spielzeit, in der der Aufsteiger in der 3. Liga oben mitspielte und sich am Ende mit dem vierten Platz belohnte. Elbsport.com blickt in zwei Teilen auf die FCM-Spielzeit 15/16 zurück.

Lest hier den ersten Teil…

Winterpause: Nachdem die Magdeburger sich bereits mit Sebastian Ernst im offensiven Mittelfeld verstärkt haben, gelingt der Vereinsführung auch ein halbjähriges Leihgeschäft mit Nachwuchshoffnung David Kinsombi. Der stammt aus dem Nachwuchs von Eintracht Frankfurt und darf nun beim 1. FC Magdeburg Spielpraxis sammeln, ehe er zu seinem neuen Klub nach Karlsruhe zurückkehrt. Derweil haben die Profispieler des FCM die Vorbereitung auf die weitere Rückrunde mit einem Trainingslager in Andalusien begonnen. Dort wird bekannt, dass Vereins-Urgestein Matthias Tischer in den Planungen für die kommende Saison keine Rolle mehr spielen soll. Eine Nachricht, die bei einem Großteil der Anhänger auf Unverständnis stößt. Weitere Planungssicherheit liefert hingegen die Vertragsverlängerung von Top-Topjäger Christian Beck trotz höherklassiger Angebote bis zum Jahr 2018. Defensivmann Sven Reimann, der in der Hinrunde nur wenig zu Einsatz kam, löst derweil auf eigenen Wunsch seinen laufenden Vertrag beim FCM auf.

Januar: Das erste Duell des neuen Jahres ist für den FCM zugleich auch eines der brisantesten Spiele der Saison. Die Mannschaft um Trainer Jens Härtel muss auswärts beim Halleschen FC antreten. Dort kann Neuzugang Sebastian Ernst seinen Einstand direkt mit zwei Toren untermauern. Die Blau-Weißen entscheiden infolgedessen das Derby mit 2:1 für sich, womit der Aufsteiger beide Derbys gegen den Lokalrivalen für sich entscheiden kann. In der Woche darauf reicht die Leistung aber lediglich für ein Unentschieden gegen Werder II. Die Mannschaft vergibt kurz vor dem Abpfiff die Führung. Eine Schwäche die den FCM schon in der Hinrunde begleitete.

Februar: Die anfängliche Euphorie nach dem Derbysieg legt sich schnell. In Duellen mit dem Chemnitzer FC, Fortuna Köln und dem VfL Osnabrück erzielt der FCM kein einziges Tor. Wie so oft werden in diesen Momenten Stimmen laut, die sagen: Die Mannschaft ist zu abhängig von ihrem Offensivmann Christian Beck. Wenn er nicht trifft, bleiben die nötigen Ergebnisse aus. Denn andere Kräfte, wie etwa Nicolas Hebisch oder Lars Fuchs, präsentieren sich nur selten effektiv oder sind verletzt. Gegen die Stuttgarter Kickers gelingt dem FCM jedoch ein kleiner Befreiungsschlag.

März: Doch die Ergebnisse der Magdeburger bleiben durchwachsen. Zumindest dann, wenn man sie mit der gestiegenen Erwartungshaltung an das Team misst. Denn: Nach nur 29 Spielen gelingt dem Neuling mit 45 Punkten der sichere Ligaverbleib. Man gehört zu diesem Zeitpunkt sogar zu den möglichen Aufstiegsaspiranten. Aber durch Niederlagen gegen Cottbus und Kiel sowie ein Unentschieden in Aalen verspielt der 1.FC Magdeburg diese unerwartet gute Ausgangslage. Vor ausverkauftem Haus kann das Team aus Sachsen-Anhalt immerhin seine Fans mit einem 4:1-Sieg gegen Hans Rostock belohnen. Das Spiel wird schon Wochen vorher durch Streitigkeiten um verringerte Gästekapazitäten überschattet. Letztendlich weicht der Klub von seinem Vorhaben ab und genehmigt den Rostocker Gästefans ein reguläres Ticketkontingent. Wenig später wird auch die Ausgliederung der Profiabteilung verschoben.

Nun deuten sich erste auch personelle Neuerungen an. Nach mehreren langwierigen Verletzungen gibt Lars Fuchs mit 32 Jahren sein Karriereende bekannt. Künftig wird er in der Nachwuchsabteilung des 1. FC Magdeburg tätig sein. Auch Silvio Bankert und Matthias Tischer bleiben dem Verein als Funktionäre im Nachwuchsbereich erhalten. Für Tischer, der mit 30 Jahren noch im besten Torwartalter ist, ist das nach über zwei Jahrzehnten FCM, möglicherweise eher ein Kompromiss.

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Beendet seine Karriere: FCM-Urgestein Matthias Tischer

April: Das Highlight des Monats stellt für Fans und Mannschaft wohl das Aufeinandertreffen mit Dynamo Dresden im eigenen Stadion dar. Dort vergibt der FCM in einem spektakulären Spiel eine 2:0-Führung und muss am Ende ein Unentschieden verbuchen. Damit steigt Dynamo im Stadion der Magdeburger bereits am 34. Spieltag in die zweite Liga auf. Im Vorfeld der Partie und im laufenden Spiel kommt es zu Ausschreitungen zwischen Fans und Polizei. Nach mäßigen Ergebnissen gegen Wiesbaden und Aue in den folgenden Tagen, erreicht man Achtungserfolge gegen Preußen Münster (2:1) und Sonnenhof Großaspach (4:0). Zudem setzt sich der Club gegen seinen „Nachbarn“ FSV Barleben im sachsen-anhaltinischen Landespokal souverän mit 5:1 durch. Somit spielt der 1.FC Magdeburg am 14. Mai gegen den Halleschen FC, zum dritten Mal in dieser Spielzeit.

Mai: Zum letzten Auswärtsspiel gegen die Reserve des VfB Stuttgart reisen rund 1.100 Gästefans aus der Landeshauptstadt an. Der FCM siegt durch ein Tor von Kapitän Marius Sowislo, während das letzte Heimspiel gegen die Würzburger Kickers 0:1 verloren geht. Zwar behielt sich der FCM bis wenige Spieltage vor Saisonschluss eine theoretische Aufstiegschance bei, am Ende reicht es aber “nur” knapp für den vierten Platz. Für einen Regionalliga-Aufsteiger sicher mehr als ein Achtungserfolg. Damit qualifiziert sich der 1.FC Magdeburg automatisch für die erste DFB-Pokalrunde. In der Folge fehlt dem Team jedoch der Elan, um das Landespokalfinale gegen den Halleschen FC zu gewinnen, das sonst eine Teilnahme am DFB-Pokal garantieren würde. Damit treten nun erstmals zwei Vereine aus Sachsen-Anhalt im DFB-Pokal an.

Für Torjäger Christian Beck reicht es am Ende für Platz Zwei der Torschützenliste. Nach bemerkenswerten 15 Drittligatoren in der ersten Saisonhälfte, kommen bis zum Mai nur vier Treffer hinzu.

Mit 18.393 Zuschauern stellt der FCM den zweithöchsten Zuschauerandrang der Saison dar und liegt damit weit über den vorherigen Erwartungen.

Sommerpause: Mit Abschluss der Saison dreht sich auch wieder das Personalkarussell intensiver. Mindestens sieben Spieler werden das Profiteam des 1. FC Magdeburg verlassen (müssen). Unter ihnen sind, ein wenig überraschend, auch Ryan Malone und Burak Altiparmak. Sie haben nur eine einzige Saison für den FCM gespielt.

Bereits wenige Tage nach Beendigung der Saison verkündet der 1.FC Magdeburg die ersten Neuzugänge. Unter ihnen ist Maurice Exslager, welcher wohl den zuletzt unglücklich agierenden Nicolas Hebisch ersetzen soll. In Bezug auf die Offensivabteilung wurden zudem Gerüchte um eine Verpflichtung des Darmstädters Marco Sailer laut.

Für das Tor vermeldet der Verein weiterhin die Verpflichtung von Ex-Bayern-Talent Leopold Zingerle. Er könnte sich ein offenes Duell um die Nummer 1 mit Routinier Jan Glinker liefern. Glinker verlängerte kurz zuvor bis 2018. Unklar ist hierbei die Rolle von FCM-Nachwuchskeeper Lukas Cichos, der zuletzt die Nummer 3 im FCM-Tor war. Gerrit Müller, der von den Stuttgarter Kickers kommt, soll wohl die Führungsposition von Lars Fuchs einnehmen. Zudem verstärkt Tobias Schwede von Werder II nun den Kader von Jens Härtel.

elbsport.com/Thomas Regniet

Fotos: Axel Kammerer

Foto Tischer: Oliver Wiebe

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