Endlich alles richtig machen

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Das Aushängeschild einer Nation, das ist der 1. FC Magdeburg nicht mehr. Nach Jahren der negativen Schlagzeilen macht der Verein in dieser Saison aber nur noch positiv auf sich aufmerksam. Die Relegation zum Drittliga-Aufstieg ist in Sichtweite, lediglich die Nerven müssen halten: Fans, Stadt und Region glauben fest daran.

Magdeburg – Gegründet 1965, feiert der 1.FC Magdeburg in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Der Verein hat nicht nur mit dem Gewinn des Europokals 1974 Fußballgeschichte geschrieben, sondern galt lange Zeit auch als Aushängeschild des erfolgreichen Fußballs im Osten. Heute kämpft der FCM um eine Aufstiegschance in die dritte Liga.  Die Tage, an denen der 1.FC Magdeburg die Schlagzeilen großer (Sport-)Zeitungen bestimmt, sind rar geworden. Und doch blickt der Regionalligist positiv in die Zukunft.

Seit 18 Ligaspielen ist der 1.FC Magdeburg ungeschlagen – 16 davon wurden gewonnen. Der Club steht nach dreißig Spieltagen auf Platz Eins der Regionalliga Nordost – eine beeindruckende Bilanz. Im Umfeld des Vereins und innerhalb der Mannschaft ist die Stimmung gut, das betonen Spieler und Verantwortliche gegenüber den Medien immer wieder. Genau das wirkt in diesen Tagen auch authentisch. Zu oft wurden beim 1.FC Magdeburg falsche Entscheidungen getroffen, zu oft reichte es allenfalls für Negativschlagzeilen. In diesem Jahr möchte man endlich einmal alles richtig machen – mit Trainer Jens Härtel und Sportchef Mario Kallnik.

Mit Blick auf die die letzten Monate zeichnet sich ein positiver Trend ab.  Die Vertragsverlängerungen mit Kapitän Marius Sowislo, dem Toptorschützen Christian Beck, Leistungsträger Steffen Puttkammer oder dem Nachwuchstalent Tarek Chahed stehen sinnbildlich für diesen Trend und sind wichtige Signale an den Verein, die Stadt und die Region. Ohnehin sieht es ganz so aus als könne der 1.FC Magdeburg auch in der kommenden Saison auf einen Großteil seines aktuellen Kaders zählen. Lediglich im Falle von Nico Hamann, einer der wichtigsten Säulen im Spiel des FCM, ist ein Wechsel nicht mehr unwahrscheinlich. Er wird unter anderem mit den Stuttgarter Kickers, einem Drittligisten, in Verbindung gebracht.

Mögliche Vorentscheidung verspielt

Wie so viele Traditionsvereine der ehemaligen DDR ist auch der FCM nach der Wende tief gefallen und aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Viele Fans jedoch sind geblieben oder inzwischen wiedergekommen. Das zeigte sich auch am vergangenen Sonntag,  an dem rund 12.300 Zuschauer ins Magdeburger Stadion kamen, um das Spitzenspiel gegen den BFC Dynamo zu sehen. Trotz früher Führung reichte es am Ende nur für ein Unentschieden. Spieler und Fans zeigten sich gleichermaßen enttäuscht; in der aktuellen Situation wäre ein Sieg möglicherweise die Vorentscheidung im Aufstiegsrennen gewesen. Denn noch immer sitzt der FSV Zwickau den Magdeburgern im Nacken und wartet auf seine Chance. Sollte der FCM den Vorsprung nun tatsächlich noch verspielen, so wäre es nicht das erste Mal, dass der Club seine gute Ausgangslage in letzter Minute aus der Hand gibt. Zuletzt war das Landespokalhalbfinale im April gegen den Halleschen FC der Fall. Erst im Elfmeterschießen hatte der FCM das Nachsehen. Wieder einmal.

Denn auch im Oktober 2014 verloren die Magdeburger im Elfmeterschießen gegen die Bundesligisten von Bayer 04 Leverkusen – im Achtelfinale des DFB-Pokals. Nach Rückstand hatte sich der FCM mühsam ins Spiel zurückgekämpft und ging in der Verlängerung durch ein sehenswertes Tor von Niklas Brandt sogar in Führung. Am Ende mussten der Club aus Sachsen-Anhalt eine bittere Niederlage verbuchen. Immerhin hat die Mannschaft von Trainer Jens Härtel seit jenem Oktober kein Ligaspiel mehr verloren.

Das große Ziel vor Augen

Bis zum entscheidenden Relegationsspiel gegen die Offenbacher Kickers sind nun nur noch zwei Spieltage zu absolvieren. Der 1.FC Magdeburg spielt am kommenden Sonntag gegen die Reserve von Hertha BSC. Mindestens 2.000 Gästefans werden in der Bundeshauptstadt erwartet. Am letzten Spieltag kommt dann Viktoria 1889 Berlin nach Magdeburg. Keine Frage, der FCM muss gewinnen, um seine Aufstiegschance zu wahren. Denn an eine Niederlage des Ligakonkurrenten aus Zwickau mag niemand so recht glauben. Dessen Gegner: Germania Halberstadt und der SV Babelsberg.

„Noch ist Magdeburg nicht verloren, noch sind wir die größten auf der Welt“, steht an einem Tribünenaufgang der MDCC-Arena, dem Stadion des  1.FC Magdeburg, geschrieben. Und genau so wie es dort steht, denken die Magdeburger Fans in diesen Tagen. Die Fans, die Stadt und die Region glauben an das große Ziel: den Aufstieg in die dritte Liga.

elbsport.com / Thomas Regniet

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