“Es ist so kurzfristig nicht machbar”

Eingetragen bei: FSV Barleben | 0

Das für den kommenden Samstag geplante Duell FSV Barleben gegen Lokomotive Leipzig wird nicht stattfinden. Der FSV Barleben sieht sich momentan nicht im Stande ein derartiges Hochsicherheitsspiel innerhalb weniger Tage vorzubereiten. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Ingolf Nitschke im Gespräch mit elbsport, und kritisierte dabei das Vorgehen des NOFV scharf.

Der NOFV und der FSV Barleben liegen im Clinch. Der Grund dafür ist das mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen des FSV mit dem Traditionsverein Lokomotive Leipzig. Ursprünglich hätte die Partie am 12. Dezember im Leipziger Bruno-Plache-Stadion stattfinden sollen. Dann meldete der Oberligist aus Sachsen jedoch massive Sicherheitsbedenken an. Im Rückspiel am 12. Mai gegen Barleben, das zugleich das letzte Saisonspiel wäre, sei „davon auszugehen, dass gewaltbereite Fans von Drittvereinen zu diesem Spiel nach Magdeburg reisen“; schrieb Lokomotive Leipzig auf seiner Vereins-Homepage. Gemeint waren damit wohl in erster Linie mögliche Übergriffe von Fans des 1. FC Magdeburg bei der Partie im Mai. Alle Drittligavereine hätten zu diesem Zeitpunkt bereits die Saison beendet, so die Argumentation der Leipziger.

Deshalb beantragte Lokomotive Leipzig beim NOFV einen Tausch des Heimrechts, sodass der FSV Barleben das Duell mit den Leipziger nun bereits im Dezember ausrichten sollte. Der NOFV folgte diesem Gedanken kurzerhand und tauschte die Spiele. Ohnehin wären zu diesem Zeitpunkt in Sachsen-Anhalt und Sachsen viele Fans zeitgleich unterwegs.

 „Wir können die Ordnung nicht sicherstellen”

Über all diese Pläne habe man den FSV nie informiert, betont Barlebens Vorstandsvorsitzender Nitschke. Erst am 18. November habe man davon überhaupt erst erfahren. “Wir sind fassungslos”, so Nitschke. Nun hätten die, gegen den Abstieg spielenden, Barleber am Ende der Saison gleich drei Auswärtsspiele zu bestreiten. Trotz einer Beschwerde habe der NOFV den FSV Barleben bis zum Schluss ignoriert. Der Verein wirft dem NOFV auf seiner Internetpräsenz nun Wettbewerbsverzerrung vor. Das getauschte Spiel werde am 12. Dezember „nicht stattfinden“, erklärte Nitschke weiter. Demnach halten Verein und Polizeidirektion es nicht für möglich bei dem Spiel ausreichende Ordnung „sicherzustellen“. Durch die kurzfristige Verlegung des Austragungsortes sei der FSV Barleben an „seine Grenzen gestoßen“. Das Vorgehen und die Begründung des NOFV empfindet Nitschke als „nicht haltbar“, denn auch am 12. Dezember haben nun diverse Drittvereine spielfrei, darunter auch der 1. FC Magdeburg. Das Gefahrenpotenzial bliebe folglich erhalten. Dass ein Antrag auf Rückverlegung des Spiels nach Leipzig abgelehnt wurde, empfinden die Barleber als umso perfider.

Das Duell mit Lokomotive wird nun möglicherweise gegen den FSV gewertet, der gerade sportliche Stabilität zu finden schien. Nach Aussage der Verantwortlichen der Barlebener beharrt der NOFV nun auf einem Gerichtsverfahren, in dem die Streitigkeiten beigelegt werden sollen. Die endgültige Entscheidung seitens des NOFV soll bis Mitte der Woche feststehen.

elbsport.com / Thomas Regniet, Philipp Schöner

Foto: Philipp Schöner

Immer aktuell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.