Fuchs führt FCM zum Sieg

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Zu alt, zu langsam, nicht gut genug für die neuen Anforderungen? Lars Fuchs macht im Eröffnungsspiel der dritten Liga ein überragendes Spiel, lässt Kritiker verstummen und führt sein Team in Eigenregie zum Sieg. Er bereitet das Tor von Beck vor und erzielt in den Schlusssekunden den 2:1 Endstand selbst. Hinter seiner beeindruckenden Leistung stehen mehr als nur schnöde Zahlen. Die Analyse von 90-Minuten „Aufopferung“.

Es hätte nicht besser enden können – Lars Fuchs wird in der 90. Minute von seinen Teamkollegen begraben. Wenn sie es könnten, würden eine Großzahl der 21.079 Zuschauer ihn auch zu Boden drücken und feiern. Unermüdlich beackerte Fuchs in der zweiten Hälfte den gesamten Rasen und bringt sein Team so zurück in die Erfolgsspur. Es ist der perfekte Schlusspunkt einer traumhaften Leistung, als Fuchs in der 89. Minute den Ball in die Maschen drischt. 2:1 geschossen, 1:1 vorbereitet – der Spieler des Tages heißt ohne Frage Lars Fuchs.

Die Bühne hätte nicht größer sein können

Schon vor dem Spiel ist die Stimmung in der Landeshauptstadt bombastisch. Fans treffen sich am alten Markt, um gemeinsam zum Stadion zu marschieren. Freude und Stolz sind zu spüren, weil die einzige Mannschaft, die in der DDR einen Europapokal gewonnen hat, endlich im Profifußball angekommen ist. Das Heimkontingent der Eintrittskarten ist ausgeschöpft. Der Block U erinnert vor und während des Spiels an die schweren Zeiten, die der 1.FCM durchstehen musste. „Insolvenz“ ist ein Thema oder auch „Wir unterstützen kein Premium-Produkt“, das liegt den Fans auf dem Herzen. Endlich angekommen.

„Angekommen“ ist das Stichwort für die ersten Minuten des Spiels. Die Zuschauer peitschen den FCM nach vorne. Aus der Doppelchance in der 11. Minute machen Beck und Hebisch nichts Zählbares. Aus der Magdeburger Dominanz heraus erzielen die Gäste aus Erfurt das 0:1. Bei einem Standard in der 31. Minute herrscht Chaos im Magdeburger Strafraum. Nach Erbs Freistoß landet der Ball irgendwie im Tor. In der Folge verliert der 1.FCM den Faden und spielt, wie Trainer Härtel nach dem Spiel treffend formuliert, fahrig.

Top-Stürmer Christian Beck verstolpert Bälle, Lars Fuchs zeigt bei ruhenden Bällen (Freistöße 5. und 37. Minute) nicht seine vorhandenen Stärken und Kapitän Sowislo kann nach dem Rückstand keine Ordnung ins Spiel seiner Mannschaft bringen. Torhüter Jan Glinker ist es zu verdanken, dass es nur mit einem 0:1 in die Pause geht. Der hält gegen Bichler (42. Minute) und vereitelt die Chance von Aydin mit dem Fuß (45. Minute).

Fuchs – der Katalysator im zweiten Abschnitt

In der Halbzeit findet Trainer Jens Härtel die richtigen Worte und wechselt zudem den schwachen Farrona-Pullido aus. Youngster für Youngster, heißt es. Allerdings weiß der eingewechselte Razeek mit erfolgreichen Aktionen nach vorne zu überzeugen. Magdeburg beginnt, wie in der ersten Halbzeit, stürmisch. Allen voran ist es Lars Fuchs, der mit seinen Ball-Aktionen Gefahr für das Tor von Philipp Klewin bedeutet. Fuchs scheitert am Erfurter in der 49. Minute und taucht danach ein ums andere Mal vor dem Kasten Klewins auf. Seine Teamkollegen pusht Fuchs nach vorne und geht mit bestem Beispiel voran. Nach einer vergebenen Chance bleibt Fuchs am gegnerischen Strafraum stehen, erobert aber nach der Pass-Stafette von Erfurt das Leder im Mittelfeld zurück und treibt den Ball in die andere Richtung.

In der 60. Minute belohnt sich Fuchs für seine aufopferungsvolle Arbeit. Seine Ecke landet dort, wo sie jeder Magdeburger hinschlagen würde: Christian Becks Kopf. Der macht das, wofür ihn schon die Regionalliga gefürchtet hat. Der 1,96 Stürmer köpft den Ball ins lange Eck. 1:1 – Ausgleich! Im weiteren Spielverlauf drückt der FCM weiter aufs Tempo. Zeitweise pressen die Spieler von Jens Härtel auf Höhe des gegnerischen 16ners. Beck kommt in der 70. Minute von links zum Schuss, sein Ball landet neben dem Tor. Davor verpasst Erfurts Kammlott nur knapp die erneute Gästeführung.

Der Schlusspunkt – Fuchs krönt seine Leistung

Von der 70. Minute an plätschert das Spiel von sich hin. Die Teams neutralisieren sich gegenseitig und Großchancen gibt es keine mehr. Wer sich auf ein Unentschieden einstellt, schließt sich damit wahrscheinlich dem Großteil der Meinungen im Stadion an. Nur einer der Spieler auf dem Feld kommt noch zu einer Großchance. Der eingewechselte Rezeek legt den Ball mit dem Kopf auf die rechte Seite ab. Sein Trainer lobt den Youngster nach dem Spiel und Härtel selbst beweist, dass seine Einwechsel-Strategie von Erfolg gekörnt war.

Es ist Lars Fuchs, der nach der Kopfballvorlage in der 89. Minute über die rechte Seite in den Strafraum ziehen kann. Das letzte Duell des Tages heißt aufs Neue Klewin gegen Fuchs. 21.079 halten die Luft an als der FCM Stürmer alleine vor dem Kasten der Erfurter steht und zum Schuss ansetzt. Sekunden später brechen die meisten in Ekstase aus. Souverän schlägt der 33-jährige Fuchs den Ball mit links in die Maschen. Die Folgen: Sieg im Eröffnungsspiel, an beiden Toren beteiligt, Spitzenreiter für eine Nacht, zurück auf der großen Bühne, ein perfektes Spiel – was will der Fuchs mehr?

elbsport.com / Johannes Sill

Fotos: Oliver Wiebe 

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3 Antworten

  1. Heiko Näther

    Den Erfurter Freistoß schoss Kammlott (laut Presse; laut MDR Tyrala), Erb versenkte ihn per Kopf! Die Ecke zum 1:1 schoss Butzen und nicht Fuchs!

    • superduper25

      Hallo Herr Näther,
      wir haben uns noch einmal die Bilder vom Spiel angeguckt. Den Erfurter Freistoß schoss die Nummer 3 Sascha Eichmeier und Mario Erb köpfte den Ball in das Tor. So wie wir, können sich auch unsere Kollegen vom MDR einmal täuschen. Die Ecke zum Ausgleich schoss natürlich Nils Butzen. Wir haben den Fehler korrigiert.

      • Heiko Näther

        Alles gut. Butzens Ecke wurde ja auch mit „Hebisch“ kommentiert. Eik Galley war wohl nicht immer ganz auf der Höhe.

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