Härtel knackt die Auswärtspandora

Veröffentlicht in: 1 FC Magdeburg | 0

 

Slider RWE FCM
Niklas Brandt jubelt über sein 0:1 im Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt.

Der 1. FC Magdeburg holt am Montagabend gegen Rot-Weiß Erfurt seine ersten drei Auswärtspunkte der Saison. Im Steigerwaldstadion, welches durch Umbauarbeiten gezeichnet ist, gewannen die Magdeburger vor 7.069 Zuschauern mit 0:2 und klettern damit zum Abschluss des 20.Spieltages auf Platz sechs der Tabelle. Niklas Brandt (8.Min) und Ex-Erfurter Christian Beck (14.Min) brachten die Bördestädter früh auf die Siegesstraße.

Beiden Mannschaften war die langwierige Vorbereitung auf das Ost-Duell in den Anfangsminuten der Begegnung anzumerken. Die Angst, den ersten Fehler zu machen, spielte in den Köpfen der Spieler, aufgrund der vergangenen Spiele, mit. Der Auswärtsfluch der Magdeburger, die in den vergangenen Partien das Spiel immer in den letzten Minuten aus der Hand gegeben haben, wollten auch in Erfurt zunächst abwartend beginnen. Auch den Erfurtern, unter der Leitung von Christian Preußer, spürte man die große Verunsicherung an. So dauerte es einige Spielzüge bis sich die Magdeburger, heute in den dunklen Trikots,  aus ihrer Deckung wagten und die Passivität der Rot-Weißen für sich ausnutzten.

Härtel mit dem Masterplan

Die beiden schnellen Außenbahnspieler Ahmed Razeek und Tarek Chahed sorgten nach kurzer Eingewöhnungszeit für viel Unruhe in der Erfurter Hintermannschaft. Jens Härtel nahm das Durcheinander in der Defensive des Gastgebers zum Anlass, die gegnerischen Abwehrspieler aggressive anlaufen zu lassen, um sie konsequent zu Ballverlusten oder langen Befreiungsbällen zu zwingen. Das hatte zur Folge, dass letztendlich das Spielgerät wieder in die Reihen der Gäste landete. Das von Härtel beorderte Pressing schien zur Schlüsselthematik der Partie zu werden. So setzten die schnell anlaufenden Chahed, Fuchs und Razeek den Gegner immer wieder unter Druck. Infolge dessen spielten die Magdeburger die Erfurter in deren Hälfte fest und entwickelten gefährliche Situationen vor dem Tor von Eric Domaschke. So auch in der 8.Minute als ein langer Einwurf von Christopher Handke von der rechten Seite in den Strafraum flog und von Razeek elegant auf den lauernden Brandt abgelegt wurde. Sein Distanzschuss fand dann mit etwas Glück und Mithilfe des Gegners den Weg ins Tor. Die frühe Führung des FCM spielte Jens Härtel und seinen Jungs in die Karten. Nach dem 0:1 funktionierte das frühe Pressing gegen die, nun mehr hilflosen, Erfurter noch besser. Vor allem Razeek spielte sich in einen regelrechten Rausch. Erst eroberte der junge Flügelspieler den Ball und nach dessen Zuspiel nutzte FCM-Stürmer Christian Beck den ihm gegebenen Freiraum für einen Distanzschuss. RWE-Torhüter Domaschke musste sich ganz lang machen um den Ball am Pfosten vorbei zu fausten. Bei der anschließenden Ecke setzte sich dann der Toptorjäger gegen seine drei Aufpasser im Luftduell durch und bugsierte den Ball zum 0:2 hinter die Linie. Nach dem Treffer zeigte sich Beck gegenüber seines Ex-Vereins Rot-Weiß Erfurt fair, indem er auf einen Torjubel verzichtete.

Magdeburg verwaltet und Erfurt sucht den Weg ins Spiel

Nun schien der Masterplan von Trainer Härtel schon nach einer Viertelstunde perfekt aufgegangen zu sein, sodass der Trainer das Spielsystem seines Teams wieder umstellte und einen Defensivriegel vor Jan Glinker aufbaute. Durch das Zurückziehen der Magdeburger akklimatisierte sich der Gastgeber. Die kamen jedoch wegen großen Schwierigkeiten im Offensivspiel zu keinen gefährlichen Abschlusssituationen. Vorne versuchte lediglich Kapitän Sebastian Tyrala Akzente zu setzen. Doch das Fehlen des einzigen effektiven Stürmer Carsten Kammlott fiel bei den Erfurtern zu sehr ins Gewicht. Somit ging es mit der 0:2-Führung der Magdeburger in die Pause.

„Fans“ verzögern den Wiederanpfiff

Der Wiederanpfiff zur 2.Halbzeit verzögerte sich jedoch um einige Minuten, weil einige Erfurter „Fans“ das Livespiel als Bühne für ihre Aktionen benutzten. Sie zündeten Pyrotechnik und vereinzelt auch Feuerwerkskörper. Nach dem Aufruf des Stadionsprecher dies zu unterlassen und einem drohenden Wasserwerfer am Spielfeldrand, konnte die Begegnung zwischen den beiden Ostvereinen doch zur 2.Halbzeit angepfiffen werden. Beide Teams gingen personell unverändert in die 2.Hälfte. Die Gastgeber hatten sich mehr für den zweiten Durchgang vorgenommen. Es passierte jedoch zunächst wenig. Härtel ließ seine Mannen zunächst das Ergebnis verwalten und spekulierte auf Kontersituationen. Zwar leisteten sich die Erfurter im Spielaufbau zahlreiche Fehlpässe, welche von den schnellen Magdeburger Spielern allerdings nicht ausgenutzt werden konnten.

Einziger Kritikpunkt: Schlechtes Umschaltspiel der Magdeburger

Vielmehr schafften es die blau-weißen Gäste nicht ihr neues Umschaltspiel anzuwenden. Hier liegt auch der einzige Kritikpunkt am Auswärtsspiel des FCM. So boten sich den Magdeburgern zwar immer wieder beste Möglichkeiten für einen Konter und der damit möglichen Spielentscheidung zum 0:3, doch spielten die Gäste einige Spielzüge zu fahrlässig und grob schlecht zu Ende.

Zwar konnten die Blau-Weißen Spieler diesmal das Ergebnis über die Zeit retten, was jedoch mehr an der schlechten Offensive der Gastgeber aus Erfurt lag. Lediglich Okan Aydin schaffte in der 72. Minute so etwas wie eine Chance für sein Team heraus zu spielen. Nach einer Flanke von der rechten Seite stand Aydin am zweiten Pfosten völlig frei und scheiterte per Direktabnahme zunächst an Jan Glinker und beförderte den Nachschuss in den Erfurter Nachthimmel.

Am Ende passierte in einer unterdurchschnittlichen 3.Liga Begegnung nichts mehr und die Magdeburger Fans bejubelten mit Trainer Härtel und der Mannschaft den ersten Auswärtserfolg in dieser Saison. Zum Abschluss des Jahres 2015 wartet am Samstag das nächste Rückrunden Spiel gegen den FSV Maninz 05 II auf den 1.FC Magdeburg.

elbsport.com/ Nicolas Stange

 

Update: Bei dem Abbrennen von Pyrotechnik wurden laut mehreren Medienberichten zufolge, zwei Kinder verletzt. Dabei erlitt ein Junge Verbrennungen am Rücken. Ein weiterer Junge klagte über Atemnot.

Immer aktuell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.