FCM vs HFC – Historie des ewigen Duells

Eingetragen bei: 1 FC Magdeburg | 0
Tradition, Leidenschaft und großartige Stimmung – das verspricht das Sachsen-Anhalt Derby, wenn der 1.FC Magdeburg und der Hallescher FC aufeinander treffen. Am Sonntag stehen sich beide Teams zum zweiten Mal in der dritten Liga gegenüber. Ob Duelle in Unterzahl oder Pokalkrimis spannend bis zum Schluss – Vergangenheit gibt es genug um auf die legendärsten Spiele der Teams zurückzublicken.
2:1 – der FCM in Unterzahl, aber mit Beck – 2015/16

Das erste Derby im Profi-Geschäft war an Höhen und Tiefen kaum zu überbieten. Mit einem Blitz-Treffer gingen die Gäste aus Halle in Führung. Osaysmen Osawe traf in den ersten Sekunden des Spiels nach schlimmen Fehler von FCM-Debütant André Hainault. Der FCM verlor darauf den Faden und Ahmed Waseem Razeek die Nerven. Der Youngster sah innerhalb von zwei Minuten Gelb-Rot, Magdeburg spielte von Minute 16 an in Unterzahl. Trotzdem hielten die Hausherren dagegen und Christian Beck belohnte die Magdeburger mit seinem 2.Saisontor. In der zweiten Halbzeit stellten sich alle schon auf ein Unentschieden ein. Aber Christian Beck entschied nach Vorarbeit von Niklas Brandt das Spiel für den FCM. Der zweite Saisonsieg in Liga 3 für die Blau-Weißen.

3:2 – knapp 15.000 sehen wie Verteidiger Zapf das Spiel dreht – 1967/1968

Am 2. September 1967 sieht das 1955 eröffnete Ernst-Grube-Stadion ein packendes Derby mit fast 15.000 Fans. Diese sehen wie die Gäste aus Halle die erste Hälfte dominieren. HFC-Abwehrspieler und nach der Saison DDR-Spieler-des-Jahres Bernd Bransch trifft innerhalb von vier Minuten gleich doppelt (19. und 23.) und schickt die Teams mit einem 0:2 Zwischenstand in die Pause. In der 70. Minute liegt der FCM weiterhin mit 0:2 zurück. Dann, in den wohl zehn verrücktesten Minuten der FCM-Geschichte, trifft Abwehrspieler Manfred Zapf drei Mal. In den den 71., 78. Minuten und 81. Minuten muss Halle-Torhüter Helmut Wilk hinter sich greifen. Der FCM gewinnt das spektakuläre Derby mit 3:2 und Zapf schießt seinen ersten und einzigen Hattrick seiner Karriere. Am Ende der Saison steht der FCM auf Platz 3. DDR-Meister wird der FC Carl Zeiss Jena.

5:4 – Torfestival bei Halles Abstieg – 1972/1973

Vier Siege aus 26 Spielen, so ließt sich das Hallescher Resümee der Spielzeit 72/73. Dynamo Dresden wird vor Jena und dem FCM Meister. Im letzten Spiel der Saison geht es für beide Teams aus sportlichen Gründen um nichts. Halle ist abgeschlagen Letzter und der FCM sicher Dritter. Dennoch entwickelt sich ein episches Abschlussspiel. Nach dem 1:0 des FCM durch Jürgen Pommerenke schießen Bransch und Vogel die Gäste in Führung. Der Halbzeitstand von 1:2 wird von Hans-Jürgen Hermann und Martin Hoffmann gedreht. Die 3:2 Führung des FCM währt nicht lange und Manfred Vogel trifft in der 61. Minute erneut. In der 65. und 74. schnüren zuerst Pommerenke und dann Hermann ihren Doppelpack. 5:3 steht es bis zur 86. Minute als Boelssen das letzte Tor dieses Spiels markiert.

Vor allem Pommerenke bleibt in Erinnerung, weil er von 1970 bis zu seinem Karriereende 1985 nur beim FCM spielt und 1975 zum DDR Fußballer des Jahres gekürt wird. Im nächsten Jahr spielt der FCM die beste Saison der Vereinsgeschichte und wird nicht nur denkbar knapp Meister, sondern spielt auch im Finale des Pokals der Pokalsieger gegen den AC Mailand. In Rotterdam gewinnt der FCM mit 2:0 als einzige Ost-Mannschaft einen europäischen Titel.

7:0 gegen den HFC und die DFB-Pokal Sensation – 2000/2001

Den höchsten Sieg konnte der FCM in der Oberliga NOFV-Süd 2000/2001 einfahren. In der dominanten Saison, als der FCM 21 Spiele in Folge ungeschlagen blieb (14. – 34. Spieltag), wurde der Erzfeind aus Halle am 8. Spieltag mit 7:0 aus der Arena gefegt. Am Ende der Saison hatte der FCM eine Tordifferenz von +90 und stieg ungefährdet mit 7 Punkten Vorsprung auf den VfB Leipzig auf. In der gleichen Saison erreichten die Magdeburger das DFB-Pokal Viertelfinale nach Siegen gegen Köln (5:2), den großen FC Bayern München (5:3 n.E.) und den Karlsruher SC (5:3 n.V.)

1:5 – Peter und Krostitz spielen FCM im Kurt-Wabbel-Stadion an die Wand – 1979/1980

Mit vier Toren Unterschied ist die Begegnung am 7. Spieltag der DDR-Oberliga Saison 1979/1980 eine der höchsten Niederlagen des FCM (u.a. auch 1992: HFC 4:0 FCM) gegen die Hallenser. Den Halbzeitstand von 1:0 für die Gastgeber markiert Stürmer Peter Werner. Sein Sturmpartner Holger Krostitz trifft in der zweiten Halbzeit gleich dreifach. In der 82. Minute erspielt sich Werner sein zweites Tor an diesem Tag und stellt die Weichen auf 5:0. Vor 25.000 Zuschauern betreibt Joachim Streich in der 86.Minute Ergebnis-Kosmetik. Jener Streich, auch liebevoll Gerd Müller der DDR genannt, wird in der nächsten Saison das dritte Mal Torschützenkönig und während seiner großartigen Karriere beim FCM (1975-1985) zweimaliger DDR Spieler des Jahres.

0:3 – Der eine hoch, die anderen runter – 2011/2012

Für den FCM sind die Jahre 2011 und 2012 rabenschwarz. Sang und klanglos ist der FCM 18. der Regionalliga Nord und verzeichnet nur 29 Punkte auf dem Konto. Die Gegner am 28. Spieltag stehen auf der exakt anderen Seite der Tabelle. Vom 26. Spieltag an ist der HFC Erster und schafft durch die Meisterschaft den Sprung in die dritte Liga. Mast, Eismann und Hartmann treffen im Erdgas Sportpark vor knapp 11.000 Fans für die Gastgeber.

In der Folge etabliert sich der HFC in Liga 3 und der FCM, für seinen Teil, kämpft sich innerhalb von vier Jahren zurück in den Profi-Fußball. Für das erste Aufeinandertreffen in der dritten Liga stimmt die Statistik die FCM Fans wohl positiv. Zuhause hat der FCM von 37 Partien dominante 26 Siege erzielt und nur 8 Niederlagen hinnehmen müssen. Im Derby-Schnitt schießt der FCM daheim mit 2.4 Toren pro Spiel doppelt so viele wie die Gäste (1.2 Tore pro Spiel). Glaubt man also den Zahlen, wird es ein attraktives Spiel mit vielen Toren und einem Derbysieg für den FCM. Egal wie das Spiel wird, die lange Geschichte dieses Duells schwingt immer mit und bringt diese besondere Brisanz in die Duelle der Teams.

elbsport.com / Johannes Sill

Foto: Oliver Wiebe

Immer aktuell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.