Härtel: Zurück auf der großen Fußballbühne

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Mit dem Aufstieg des FCM in die dritte Liga ist Cheftrainer Jens Härtel der größte Erfolg seiner Trainerkarriere gelungen. Als Spieler musste Härtel viele Enttäuschungen verkraften und hat den Fall vieler Ostklubs nach der Wende miterlebt. Als Trainer ist er nun umso erfolgreicher.

Der 18. August 2012 ist ein denkwürdiger Tag. Fußballbundesligist Hoffenheim verliert in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 4:0 gegen den Berliner AK 07. Und so schaut für einen kurzen Moment ganz Deutschland auf den Regionalligaclub aus der Bundeshauptstadt – und auf dessen Trainer, Jens Härtel. Für einen kurzen Moment ist auch er zurück auf der großen Fußballbühne. Härtel, der in seiner aktiven Spielerkarriere für Zwickau und Babelsberg in der zweiten Liga spielt, erlebt mit dem Berliner AK an jenem Tag einen seiner ersten großen Erfolge als Trainer.

Schon in Berlin wird er für sein ruhiges und sachliches Auftreten geschätzt. Jens Härtel ist keiner, der sich in den Mittelpunkt stellt. Keiner, der polarisiert. Aber er ist einer, der größere Ziele verfolgt. Und so kommt es, dass Härtel am Ende der Saison Berlin verlässt, und eine Stelle im Nachwuchsbereich von RB Leipzig annimmt. Dort bleibt er ein Jahr, ehe er zurück in die Regionalliga Nordost wechselt. Zum 1.FC Magdeburg.

Ein erneuter Pokaltriumph

Als Hoffnungsträger übernimmt Härtel den Posten des Cheftrainers in Magdeburg. Mit ihm soll die lang ersehnte Rückkehr in den Profifußball gelingen. Dabei setzt er gern auf vertrautes Personal: Mit Nicolas Hebisch, Kevin Kruschke und Niklas Brandt sind gleich drei Spieler vom Berliner AK in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts gewechselt. Jens Härtel, der neue Mann beim FCM, ist ein Taktiker, ehrgeizig und verbissen. Einst nannte er sich selbst eine Spaßbremse.

Gleich zu Beginn seiner Zeit beim FCM erlebt Härtel ein Deja-Vu: Knapp zwei Jahre nach seinem Triumph beim Berliner AK steht er wieder in der ersten Pokalrunde, mit einem Regionalligisten. Erneut ist der Gegner ein Bundesligist, der 1.FC Augsburg. Härtel, der aus Rochwitz, einer 6.000 Einwohner Gemeinde in Sachsen stammt, hat wie immer einen genauen Matchplan. Alle Eventualitäten sind eingeplant. Und auch diesmal gelingt die Pokalsensation; in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gewinnt der 1.FC Magdeburg mit 1:0 gegen die Augsburger. Ein erster Achtungserfolg. Doch bereits wenige Wochen nach dem Sieg im Pokal wächst das Misstrauen. In der Liga stimmen die Ergebnisse nicht. Der FCM ist im Oktober 2014 kurz davor, das Saisonziel aus den Augen zu verlieren. Unter den Anhängern des Vereins werden die Stimmen kritischer, nicht wenige fordern die Entlassung des neuen Trainers. Für eine kurze Zeit liegen auch bei Härtel die Nerven blank, aber die Vereinsführung hält an ihm fest.

Der Aufstieg

Er selbst hat den Untergang der Ostvereine nach der Wende miterlebt. Als Spieler von Sachsen Leipzig, Union Berlin und Babelsberg 03 hat er insgesamt vier Lizenzentzüge miterleben müssen. Seinen großen Traum von der Bundesliga konnte er sich deshalb nie ganz erfüllen. Gerade deswegen hat Jens Härtel im Laufe der Jahre gelernt, reflektierter und besonnener mit Enttäuschungen und Emotionen umzugehen.

Sodass er schließlich auch die Krise beim FCM meistert. Eine Woche vor dem nächsten großen Pokalspiel – diesmal gegen Leverkusen – meldet sich die Mannschaft mit einem 6:0 gegen Bautzen und einer beeindruckenden Siegesserie zurück. Das Pokalspiel verliert Härtels Mannschaft zwar im Elfmeterschießen, dafür gelingt ihm im Mai 2015 der Aufstieg mit dem 1.FCM. Jens Härtel ist wieder zurück auf der großen Fußballbühne.

elbsport.com / Thomas Regniet

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