Offensivfeuerwerk reicht nicht für Vorentscheidung

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Slider CsurgoiMit 42:37 gewinnt der SC Magdeburg im Hinspiel der 3. Runde des EHF-Pokals gegen den ungarischen Vertreter Csurgoi KK. In der Offensive dreht das Team von Geir Sveinsson auf, in der Abwehr dagegen gibt es ungewohnte Schwächen. Viel Zeit für die Vorbereitung auf das Rückspiel wird es nicht geben.

Das Ergebnis sagt schon viel über den Spielverlauf aus. Vorne hat alles geklappt, hinten gar nichts. Die Offensivformation um Michael Damgaard, der mit zwölf Treffern überragte, zeigte eine der besten Saisonleistungen. Die Defensive dagegen zeigte eine ganz schwache Vorstellung. Kapitän und Abwehrchef Fabian van Olphen fand auf der Pressekonferenz nach dem Spiel deutliche Worte: „Ich bin gerade sehr enttäuscht. Wir wollten nach dem Gummersbachspiel einen Schritt nach vorne machen, für mein Gefühl warf das ein Schritt nach hinten.“ Auf Nachfrage der Gründe fügte er noch an: „Meiner Meinung nach sind einige Spieler im Kopf nicht bereit Abwehr zu spielen. Wir müssen uns an bestimmte Regeln halten und das war heute nicht der Fall.“

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Häufiges Bild: Dario Quenstedt kann dem Ball nur hinterhergucken.

Zu Beginn der Partie spielte der SCM mit einer etwas überraschenden Aufstellung: Finn Lemke spielte sowohl defensiv statt dem wieder fitten Zeljko Musa und offensiv statt Michael Damgaard. Außerdem stand Yves Grafenhorst von Beginn an auf der Platte und wechselte auch nicht, wie in den letzten Wochen mit Matthias Musche, sondern spielte wie auch Rechtsaußen Robert Weber die vollen 60 Minuten. Lemke zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen sofort durch die Treffer zum 1:1 und 2:1 zurück. Er musste aber bereits nach wenigen Minuten nach einem sehr harten Einsatz von Gabor Herbert mit einer Platzwunde runter und kam im Anschluss auch nicht mehr zurück. Ein weiterer früher Wechsel fand im Tor der Magdeburger statt. Dario Quenstedt kam für den glücklosen Jannick Green, der beim Stand von 4:7 noch keinen Wurf parieren konnte. Quenstedts Quote mit 7 Paraden und 30 Gegentoren zeugte allerdings ebenfalls nicht von einer Glanzleistung.

Auszeit zeigt Wirkung

Nach 15 Minuten nahm Sveinsson seine erste Auszeit, zu diesem Zeitpunkt lag der SCM noch 6:9 zurück. Im Anschluss folgte eine Machtdemonstration der Klasse, die die Mannschaft hat, auch wenn sie diese nicht immer zeigt. Bis zur Pause führten die Gastgeber mit 22:15, zwischenzeitlich legten sie einen 9:1 Lauf hin. Vor allem der für Lemke in der Offensive eingesetzte Damgaard traf, wie er wollte. Krönung war ein von ihm direkt verwandelter Freiwurf mit
der Halbzeitsirene.

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Auch Robert Weber netzte vier Mal für die Magdeburger ein.

Damgaard stand auch zu Beginn der zweiten Halbzeit im Mittelpunkt. Von den ersten sieben Treffern des SCM erzielte er fünf. Aber obwohl fast jeder Angriff des SCM zum Erfolg führte, konnte sich das Team nicht weiter absetzen, weil hinten nichts zusammenlief und die Gegentore genauso schnell fielen wie die eigenen Treffer. Dabei probierte Sveinsson während der Partie viele Varianten in der Defensive aus: zuerst verteidigten Lemke, van Olphen, Bagersted und Zelenovic kompakt die Zentrale, dann kamen Michael Haaß und Maciej Gebala und schließlich stellte Sveinsson sogar auf 5-1 mit Damgaard als Manndecker und Bezjak in der Zentrale um. Aber keine der Varianten brachte die gewünschte Sicherheit in der Abwehr und der Abstand blieb lange bei acht Toren.

Sieben Minuten vor Schluss schließlich gab es beim Stand von 38:30 eine 2-Minuten-Zeitstrafe gegen Marko Bezjak und 7-Meter für Csurgoi. Ausgehend von dieser Unterzahl schrumpfte der Vorsprung kurzzeitig, drei Minuten vor dem Ende war mit 42:34 jedoch der alte Abstand wiederhergestellt und eine sehr gute Ausgangslage geschaffen. Dachte man zumindest. Denn in den letzten drei Minuten gelang dem SCM nichts mehr und sie fingen sich noch drei Gegentore, sodass am Ende mit 42:37 nur ein Polster von fünf Toren für das Rückspiel in einer Woche bleibt.

Als Fazit der Partie kann man festhalten, dass über weite Strecken der SCM die klar spielbestimmende Mannschaft war und auch gerade im zweiten Abschnitt der ersten Hälfte ganz großen Handball gezeigt hat. Das Abwehrverhalten allerdings war wie schon gegen Gummersbach dieses Teams nicht würdig.

Als nächstes steht am Mittwoch das Heimspiel in der Liga gegen Hannover-Burgdorf an, das alles andere als ein Selbstläufer werden wird. Die Hannoveraner haben genau wie der SCM ein Punkte verhältnis von 14:14 und haben in dieser Saison schon einige der Topmannschaften an den Rand eines Punktverlusts gebracht. Am Freitagvormittag wird die Mannschaft von Sveinsson nach Ungarn reisen und nachmittags die einzige Trainingseinheit vor dem Spiel am Samstagabend haben. Csurgoi dagegen hat unter der Woche kein Spiel und kann sich ganz entspannt auf die Begegnung in der eigenen Halle vorbereiten. Es wartet ein hartes Stück Arbeit für die Magdeburger, um in die Runde der letzten 16 einzuziehen.

elbsport.com / Alexander Klarner

Foto: Axel Kammerer

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