Pro & Contra: Sollte der FCM Hammann zurückholen?

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Es ist in aller Munde. Nico Hammann, der verlorene Sohn, soll zurück zum 1. FC Magdeburg. Der Verteidiger hat beim SV Sandhausen nicht zu alter Stärke gefunden und blieb ohne große Einsatzzeit. FCM-Fans sammeln sogar Geld, um ihren Liebling Hammann zurück nach Magdeburg zu lotsen. Aber eine mögliche Rückkehr beinhaltet sowohl Positives als auch Negatives. Zwei elbsport-Redakteure schauen genau hin und beleuchten beide Seiten. 

„Der FCM sollte alles für eine Rückkehr tun“ (elbsport-Redakteur Mattis Nothacker)

Nico Hammann zurück in Magdeburg – das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Noch vor einem halben Jahr wäre eine baldige Rückkehr undenkbar gewesen. Die FCM-Fans feierten ihren Außenverteidiger auf dem Rathausbalkon mit den Worten „Nico, wir danken dir, Nico wir danken dir!“ – sie glaubten an einen Abschied für immer. Auch wenn Hammann nur zwei Jahre in Magdeburg spielte, es war ein ganz besonderes Verhältnis, das Hammann zu den Fans hatte.

Denn die Fans spürten immer, dass Hammann mit seiner Spielweise perfekt zu Magdeburg passt: geradlinig, schnörkellos, schussgewaltig. Auf den Außenbahnen spielte er offensiv wie defensiv auf höchstem Niveau, was man bei den aktuellen Linksverteidigern des FCM nicht sagen kann. In der bisherigen Saison leidete auf der linken Seite entweder die Abwehrarbeit (Burak Altiparmak) oder die Offensive (André Hainault, Ryan Malone).

In der Aufstiegssaison war Hammann neben Christian Beck und Marius Sowislo der konstanteste Spieler im Kader und hatte entscheidenden Anteil am Erfolg. Alleine durch seine Fähigkeiten bei Standards könnte Hammann dem FCM noch einmal einen wesentlichen Schub geben. Keiner in der aktuellen Mannschaft schießt so stark und platziert wie Hammann, höchstens mit Abstrichen Lars Fuchs – doch wer weiß, ob Fuchs über die aktuelle Saison hinaus noch Fußball spielen wird.

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Jens Härtel will seinen ehemaligen Schützling unbedingt verpflichten. Der Trainer sollte doch wohl am besten wissen, ob ein Spieler der Mannschaft weiterhelfen kann oder nicht. Hammann bräuchte kaum Anlaufszeit, er kennt das System, die Bedingungen, die meisten Mitspieler. Alles in allem wäre der Wechsel eine riesengroße Win-Win-Situation. Der FCM sollte alles tun, was irgendwie möglich ist, um einen Transfer zu ermöglichen.

„Eine Verpflichtung wäre genau das falsche Zeichen“ (elbsport-Redakteur Johannes Sill)

Für eine Verpflichtung von Nico Hammann ist der FCM in seiner Entwicklung inzwischen zu weit fortgeschritten. Zwar kennt Hammann das Umfeld des Vereins, aber in einer halben Saison kann viel passieren. So geschehen in der Landeshauptstadt. Das Mannschaftsgefüge von Härtel steht und die Rollen sind klar verteilt. Ein Neuzugang (auch wenn er schon einmal im Team war) ist fehl am Platz. Hammann wird beim FCM nicht das finden, was er früher hatte und vor allem nicht das, was er sucht.

Ein weiterer Dorn im Auge loyaler Fans ist, dass Nico dem FCM den Rücken gekehrt hat. Einmal blau-weiß, immer blau-weiß? Nicht beim Eberbacher. Da ruft die 2.Bundesliga und weg ist der gute Mann. Setzt man als Geschäftsführung und bald etablierter Profi-Verein das richtige Zeichen damit, einen desertierten Spieler zurückzuholen? Ganz klar nein, man sollte sich neu orientieren und nicht den alten Zeiten hinterhertrauern. Nico Hammann hat Gutes geleistet, aber das Profi-Geschäft ist ein Haifischbecken und kein Wunschkonzert.

Zum guten Schluss ein genauer Blick auf den Kader. Der FCM ist breit genug auf den Außenpositionen aufgestellt. Butzen und auch bald wieder Lukas Novy? Da bleibt kein Platz für Nico Hammann. Auch auf links können Michel Niemeyer, Burak Altiparmak und Ryan Patrick Malone spielen. Für diese Spieler, die allesamt noch großes Entwicklungspotenzial besitzen, wäre eine Verpflichtung von Hammann genau das falsche Zeichen. Es ehrt die Fans, dass man durch eine Spendenaktion den „verlorenen Sohn“ zurückholen will, aber alles hat seine Grenzen. Das Profigeschäft im Fußball mehr noch als alles andere.

elbsport.com / Johannes Sill, Mattis Nothacker

Fotos: Felix Einecke, Oliver Wiebe

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