Trotz Überzahl nur ein Unentschieden

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345A6530 (1)Eine Halbzeit in Überzahl und trotzdem das unterlegene Team: Der 1. FC Magdeburg hat beim 0:0 in Chemnitz mit Glück einen Punkt mit nach Hause genommen. Gerade in der zweiten Halbzeit, als der Chemnitzer FC nach einer umstrittenen roten Karte für Daniel Frahn in Unterzahl spielen musste, drehten die Sachsen auf.
FCM-Trainer Jens Härtel vertraute zum dritten Mal in Folge seiner Startelf – Rückkehrer Nico Hammann blieb also auch in Chemnitz erst einmal der Platz auf der Auswechselbank. Wie die gut 8200 Zuschauer, sah auch er einen umkämpften Beginn des Ostklassikers. In der 13. Minute dann erstmals Aufregung: Anton Fink, Kapitän der Himmelblauen, brachte einen Freistoß aus rund 30 Metern aufs Tor – und scheiterte an Jan Glinker, der den Ball aus der Torecke fischte.

Beide Teams gingen aggressiv zu Werke, schenkten sich nichts im Chemnitzer Dauerregen. Der FCM erspielte sich ab der 25. Minute erstmals eine optische Überlegenheit. Und dann die große Chance: Steffen Puttkammer ging über links, spielte einen hohen Ball in den Strafraum – und überraschte CFC-Keeper Marius Gersbeck, weil der Ball sich gefährlich senkte und an den Innenpfosten klatschte. Wenige Sekunden später hatte Christian Beck die Chance, konnte den verunsichert wirkenden Chemnitzer Keeper aber nicht überwinden.

Umstrittene Szene: Daniel Frahn vom CFC sieht die rote Karte.

Bis kurz vor der Halbzeit war das Mittelfeld dann größter Schauplatz des Geschehens, gefährliche Chancen scheiterten oft schon an den solide stehenden Defensivreihen beider Teams. Aufregung dann in der 41. Minute: Der sonst unauffällige FCM-Neuzugang Sebastian Ernst foulte Marc Endres, sah völlig zurecht Gelb. Und: Daniel Frahn, Neuzugang beim CFC, bekam von Schiri Frank Willenborg Rot gezeigt – wegen einer angeblichen Tätlichkeit im Tumult, wie sich später herausstellte. Eine stark umstrittene Entscheidung. „Das war Kinderkram. Wenn das Rot ist, werden wir kaum noch Spiele mit mehr als 5 gegen 5 beenden“, sagte CFC-Präsident Dr. Mathias Hänel in der Halbzeit beim MDR.

Das, was sein Team in der zweiten Halbzeit machte, überraschte viele. Noch mutiger, leidenschaftlicher und offensiver als in Durchgang eins marschierten die Himmelblauen in Richtung Jan Glinker. Fast machte es den Anschein, als wollten sie den Trotz über die rote Karte in Offensivfußball ummünzen. Immer wieder im Mittelpunkt: Anton Fink, begnadeter Freistoßschütze seines Teams. Der 28-Jährige scheiterte aber wiederholt an Glinker.

Viel Einsatz, aber wieder kein Tor: Christian Beck seit der Vertragsverlängerung noch ohne Erfolg

Nachdem FCM-Trainer Härtel seinen Neuzugang und Rückkehrer Hammann in der Rückrunde noch nicht eingesetzt hatte, war der Moment am Freitag gekommen. In der 55. Minute ersetze Hammann Michel Niemeyer, kurze Zeit später wurde sein Schussversuch auf das CFC-Tor abgeblockt. Gegen Ende wurde die Partei hitziger – auch, weil die Chemnitzer Fans ihr Team vom Schiedsrichter ungerecht behandelt sahen.
In der Schlussphase hätte es dann beinahe doch noch geklingelt: Erst hatten die Magdeburger Glück, als der CFC sich stark im Strafraum durchsetzte; dann die Chemnitzer, als der kurz vorher eingewechselte Burak Altiparmak einen Ball an den Pfosten des Chemnitzer Gehäuse abfälschte.

Unterm Strich stand ein 0:0 der guten Sorte, bei dem sich die Magdeburger gerade wegen ihrer schwachen zweiten Halbzeit nicht über eine Niederlage hätten beschweren dürfen.

STIMMEN ZUM SPIEL

Jens Härtel, Trainer des 1. FC Magdeburg
„Mit der zweiten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein. In Überzahl haben wir das nicht so gut gemacht, wie wir es in der ersten Halbzeit gemacht haben. Die Chemnitzer haben auch mit einem Mann weniger mutig gespielt. Wir haben zu leicht die Bälle verloren. Man hat in Überzahl auch immer Angst, ein Gegentor zu bekommen. Mit dem einen Punkt haben wir unser Minimalziel aber erreicht.“

Karsten Heine, Trainer des Chemnitzer FC
„Mit der Reaktion der Mannschaft muss man zufrieden sein, mit dem Ergebnis nicht. Wir hatten selbst in Unterzahl die Gelegenheit, in Führung zu gehen. Wir haben hier trotz Unterzahl auf ein Tor gespielt.

Anton Fink, Kapitän des Chemnitzer FC
„Was die Mannschaft in Unterzahl geleistet hat, war super. Ich hab mich gefühlt, als wären wir in Überzahl. Hut ab vor der Mannschaft.“

elbsport.com / Luca Deutschländer

Fotos: Oliver Wiebe

Johannes Sill

Schreibt am liebsten Nachschüsse, trifft diese zeitweise auch auf dem Platz; hat die Liebe zum SSV Ulm noch nicht aufgegeben; vergibt gerne einfache Großchancen und macht dafür die schwierigen Dinger; "am Ende geht es nur um Klicks"; kämpft im echten Leben weiterhin um einen Profi-Vertrag als "Flügelflitzer"; ehemaliger Spieler der Orlando Pirates
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