Warum der SCM nächstes Jahr CL spielt

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Bereits eine Woche vor der offiziellen Konferenz der EHF wurde bekannt gegeben, dass der SCM nächstes Jahr in der Champions League spielen wird. Bei der Konferenz am 20./21. Juni werden dann die Gruppen festgelegt. Wichtig ist, wer die begehrten Plätze in den Gruppen A und B erhält, da diese eine wesentlich bessere Ausgangssituation versprechen als die der beiden Wildcardgruppen. Wir wollen beleuchten, wie die komplizierte Gruppenphase der Champions League abläuft und warum der SCM dabei ist.

Magdeburg – Die DKB Handball-Bundesliga hat dieses Jahr wieder zwei feste Startplätze für die Gruppenphase der Champions League. Diese gehen an den deutschen Meister aus Kiel und die Rhein-Neckar Löwen als Vizemeister. Außerdem hat die SG Flensburg-Handewitt als Dritter noch einen Startplatz beim Wildcardturnier. Als Vierter der Bundesliga ist der SCM nächstes Jahr ebenfalls mit von der Partie. Die Plätze wurden von der EHF (European Handball Federation) an Teams vergeben, die ihrer Meinung nach das Niveau der Champions League erhöhen.

Wildcard – was ist das überhaupt?

Eine Wildcard berechtigt eine Mannschaft, die durch ihre Platzierung eigentlich nur für die Teilnahme am EHF-Cup qualifiziert ist, an der Gruppenphase der Champions League teilzunehmen. Allerdings sind die beiden aus Wildcardteams bestehenden Gruppen im System deutlich benachteiligt. In den beiden aus Landes- und Vizemeistern bestehenden Gruppen mit je acht Mannschaften sind die Gruppenersten am Ende direkt für das Viertelfinale qualifiziert und die Plätze 2-6 für das Achtelfinale. In den beiden Wildcardgruppen mit je sechs Teams sind nur die ersten beiden für eine Zwischenrunde qualifiziert. Dort spielen die Gruppenersten beider Gruppen gegen die Gruppenzweiten der anderen Gruppe mit Hin- und Rückspiel um den Einzug ins Achtelfinale. Folglich sind aus den 16 Teilnehmern der Gruppen A und B zwei Teams für das Viertelfinale und zehn für das Achtelfinale qualifiziert, aus den Gruppen C und D qualifizieren sich im Gegensatz dazu nur zwei Teams für das Achtelfinale.

Vergabe – Was sprach für und gegen den SCM?

Zunächst wollen wir beleuchten, was gegen den SCM sprach:
Da wäre zunächst einmal das schwache Saisonende. Drei Niederlagen in drei Spielen, indem man in keinem der Spiele wirklich zu überzeugen wusste. Außerdem verliert man mit Bartosz Jurecki und Espen Lie Hansen zwei ganz wichtige Leistungsträger, die es zu ersetzen gilt. Und zu guter Letzt ist war sich der Verein selbst nicht sicher, ob die Champions League das richtige Pflaster für die nächste Saison ist. Das ständige hin und her trug sicher nicht dazu bei die EHF zu überzeugen.

Die EHF gibt trotz allem dem SCM die Wildcard. Was macht den SCM zum Wildcardträger: 
Ganz oben stehen die Fans. Denn eines der wichtigsten Kriterien ist, dass die Arena des jeweiligen Wildcardbewerbers gut besucht wird. Mit mehr als 6000 Zuschauern im Schnitt ist der SCM eines der am besten besuchten Teams in Deutschland und ganz Mitteleuropa. Außerdem hat man mit GETEC einen sehr soliden Hauptsponsor und droht nicht in näherer Zukunft in finanzielle Probleme zu geraten, wie es anderen Topteams im europäischen Handball schon passiert ist. Ebenso nicht zu vernachlässigen ist die Tradition des Vereins und die nationalen und internationalen Erfolge wie der Sieg im EHF-Cup 2007 oder als 2002 der Champions League Titel nach Magdeburg kam. Zum Abschluss noch ein Name, der dem SCM internationales Ansehen bringt: Robert Weber. Als Toptorjäger der DKB Handball Bundesliga reicht allein der Name des Österreichers um die Elbstädter gut darzustellen, auch beim Komitee der EHF. Seine spektakulären Leistungen in der vergangenen Saison sind ohne Frage auf Champions League Niveau.

Die Magdeburger selbst müssen jetzt zeigen, dass sie zu den besten Europas gehörten. Vielleicht klappt es ja mit den aussichtsreichen Jugendspielern wie Tomasz Gebala oder Alexander Saul in den nächsten Jahren auch mal wieder im internationalen Geschäft eine größere Rolle zu spielen. Die Vergabe der Wildcard zeigt, dass die EHF nicht an der Qualität des SCM zweifelt.

elbsport.com / Alexander Klarner

Foto: Philipp Schöner

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