Mainz II, Stuttgart II: Die alte Geschichte

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razeek3WDer 1. FC Magdeburg muss sich nach einer 2:0-Führung im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II letztendlich mit einem 2:2 begnügen. Es ist ein eher ungewohnter Spielverlauf für den FCM – erst einmal verschenkten die Magdeburg in dieser Saison schon einmal eine zwei-Tore-Führung: gegen den FSV Mainz 05 II, ebenfalls die Zweite einer Bundesliga-Mannschaft. Zufall?

Magdeburg – „So ist eben Fußball“, „Wir haben es selbst verbockt“, „Wir hätten vorher den Deckel drauf machen müssen“, „Wir mussten eine bittere Pille schlucken“: es sind Sätze, wie man sie öfter hört im Fußballgeschäft. An diesem Samstag Nachmittag, nach einem 2:2-Unentschieden gegen den VfB Stuttgart II am 18. Spieltag der 3. Liga, waren es nun die Akteure des 1. FC Magdeburg, die diese unbeliebten Wörter in den Mund nehmen mussten. Trainer Jens Härtel und Kapitän Marius Sowislo, die sich über die verschenkte 2:0-Führung ärgerten.

Für Härtel und Sowislo muss es ungewohnt gewesen sein, diese Phrasen zu verwenden. In der bislang so turbulenten Aufstiegssaison des FCM war es in der Regel die gegnerische Mannschaft, die bei solch knappen Spielen enttäuscht hineinblickte. Am ersten Spieltag gegen Rot-Weiß Erfurt drehte Magdeburg einen 0:1-Rückstand und gewann durch ein Tor von Lars Fuchs in der Schlussphase noch mit 2:1. Im Derby gegen Halle war der Spielverlauf fast identisch. Auch gegen Energie Cottbus konnte das Team von Jens Härtel dank Christian Becks Treffer in den letzten Minuten noch einen Punkt einfahren. Meistens hatte der FCM das bessere Ende für sich. Nur ein Spiel in dieser Saison erinnert stark an die vom Samstag: das am zweiten Spieltag gegen den FSV Mainz 05 II. Auch damals führte Magdeburg nach der ersten Halbzeit mit 2:0, auch damals hieß es trotzdem am Ende 2:2 gegen eine zweite Bundesliga-Mannschaft.

"Wir mussten eine bittere Pille schlucken": FCM-Kapitän Marius Sowislo
“Wir mussten eine bittere Pille schlucken”: FCM-Kapitän Marius Sowislo

Erfahrenheit gegen Talent

Die Reserveteams der Top-Klubs haben den Ruf, äußerst talentierte Spieler in ihren Reihen zu haben, die athletisch und technisch stark sind, denen es aber an dieser gewissen Abgezocktheit mangelt. Diesem Ruf sind Mainz und Stuttgart nur in Teilen gerecht geworden: ja, sie ließen viele gute Chancen aus, doch sie ließen sich durch den Rückstand nicht aus ihrem Rhythmus bringen und spielten voll auf Angriff, was die FCM-Abwehr zunehmend müde machte.

Eigentlich hatte der 1. FC Magdeburg perfekt gezeigt, wie man eine zweite Bundesliga-Mannschaft schlagen kann: Sich erst einmal auf die Defensive konzentrieren, die individuelle Klasse der Flügelspieler unterbinden, und dann im Offensivspiel effektiv sein – wieder einmal benötigte Magdeburg nicht viele Chancen, um die beiden Tore zu erzielen. In der zweiten Halbzeit ließ diese Effektivität dann aber nach: Gerade Marius Sowislo hatte zweimal die Möglichkeit, mit dem 3:0 das Spiel zu entscheiden.

Die Duelle wie zwischen Magdeburg und Stuttgart II sind auch Duelle verschiedener Eigenschaften: auf der einen Seite die Erfahrenheit, Robustheit, Cleverness, auf der anderen die spielerische Qualität und technische Überlegenheit. Lange Zeit sah es so aus, als ob Magdeburgs Qualitäten gewinnen, doch irgendwann ließ die Konzentration nach. Chancen wurden nicht genutzt und Stuttgart blieb gefährlich. Irgendwann kamen Daniel Vier und Daniele Gabriele und plötzlich hieß es 2:2. Und dann wurden Jens Härtel und Marius Sowislo vors Mikro gebeten.

elbsport.com / Mattis Nothacker

Fotos: Oliver Wiebe

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