Wiegert: “Nicht ich habe gewonnen, das waren allein die Spieler”

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In einem hochemotionalen Duell mit Frisch Auf! Göppingen gelingt dem SC Magdeburg der Einzug ins Final Four, dem Halbfinale des DHB-Pokals. Mit 29:25 setzen sich die Elbestädter vor heimischer Kulisse letztlich souverän durch. Nach der Entlassung von Cheftrainer Geir Sveinsson am Vortag stand nun bereits sein Nachfolger Bennet Wiegert in der Verantwortung.

Magdeburg – Für die Spieler des SC Magdeburg war es das zweite Duell mit den Göppingern binnen weniger Tage. Beim ersten Aufeinandertreffen am vergangenen Samstag musste das Team aus Sachsen-Anhalt eine deutliche Niederlage (24:32) einstecken. Ein Resultat, das Fans und Verantwortliche verärgerte. Chefcoach Sveinsson musste schließlich gehen. „Wir wollten natürlich eine Reaktion auf das Spiel vom Wochenende zeigen“, erklärte SCM-Kapitän Fabian van Olphen. Unter dem neuen Trainer, dem 33- jährigen Wiegert, sollte nun endlich die Kehrtwende folgen. 5730 Zuschauer waren dafür in die GETEC-Arena gekommen.

Emotionalität auf den Rängen

So zeigte sich gerade in den ersten Minuten des Spiels, mit welcher Emotionalität die Fans die letzten Wochen verfolgt hatten. Nachdem Kreisläufer Bagersted und Linksaußen Grafenhorst in den ersten fünf Minuten das Feld aufgrund von Zeitstrafen verlassen mussten, kochte die Halle. Die Stimmung auf den Rängen war angespannt und auch das Team des SC Magdeburg musste seine Ordnung erst finden. Im Vergleich zum DuelI vom Wochenende begann das Team von Wiegert jedoch sehr dynamisch, spielte konsequent auf das Göppinger Tor, sodass Zelenovic in der dritten Minute vorlegen konnte. In der Folge hatte der SCM durch die beiden Zeitstrafen eine erste kritische Phase zu überstehen. Nicht zuletzt aufgrund der starken Leistungen von Keeper Dario Quenstedt gelang es dem Team aber, nicht in Rückstand zu geraten und wenig später (13. Minute) die Führung zum zwischenzeitlichen 7:4 auszubauen.

„War klar, dass die Magdeburger anders auftreten würden”

„Uns war schon klar, dass die Magdeburger anders auftreten würden als am Wochenende“, hielt Frisch Auf! Göppingens Trainer Magnus Andersson fest. Auch wenn der SCM souveräner als zuletzt auftrat, viel Zeit für taktische Umstellungen hatte der neue Coach Bennet Wiegert vorab nicht. „Wir haben nicht viel anders gemacht, höchstens ein paar technische Details trainiert“, ließ auch Kapitän van Olphen wissen.

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Eine zweite Chance in Hamburg: Robert Weber.

Dem agressiven Pressing des SCM konnte das Team aus Göppingen in der ersten Hälfte noch Einiges entgegensetzen. Insbesondere Michael Kraus (10 Tore) und Lars Kaufmann (4 Tore) präsentierten auf Göppinger Seite in guter Form und sorgten ein ums andere Mal für Unordnung in der Magdeburger Defensive. Trainer Wiegert, der das Geschehen akribisch vom Spielfeldrand aus verfolgte, bemängelte später „Wir wollten breit spielen, haben dabei zu viele Chancen über Außen zugelassen. Da sind noch taktische Verbesserungen möglich.“

Der erste Sieg unter Trainer Wiegert

Gingen die Teams noch mit einem Spielstand von 15:13 in die Pause, so wurde das Ergebnis im Laufe der zweiten Hälfte deutlicher. „Zur Pause waren wir noch optimistisch, aber dann haben wir viele große Chancen vergeben“, stellte FAG-Trainer Andersson heraus. Während Göppingen mit der Chancenverwertung haderte, taten sich beim SCM Robert Weber, Jacob Bagersted und Yves Grafenhorst mit gelungenen Offensivaktionen hervor. Die anfängliche Skepsis in der GETEC-Arena schlug in Euphorie um. Der erste Sieg unter dem neuen Trainer war dem SCM nun nicht mehr zu nehmen. Zehn Minuten vor Schluss führte der SCM sogar mit 27:21.

„Ich bin sehr erleichert und glücklich. Nicht ich habe das Spiel gewonnen, das waren allein die Spieler. An dieser Leistung müssen wir uns nun messen lassen“, kommentierte Benett Wiegert die geschlossene Mannschaftsleistung nach Spielende, verteilte dabei aber auch ein Sonderlob an Torhüter Quenstedt. „Wir haben uns genau diese Reaktion erhofft. Das Publikum hat uns heute getragen“, ergänzte Sportchef Steffen Stiebler.

elbsport.com / Thomas Regniet

Fotos: Ole Kliem

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