„Wir wollen einfach jedes Spiel gewinnen“

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Zum Trainingsauftakt für die neue Saison haben wir im Exklusiv-Interview mit SCM-Kapitän Fabian van Olphen gesprochen und ihn zur neuen Saison, den Neuzugängen und den Pokalreformen befragt. Außerdem geht es um die Freundschaft mit dem FCM und den Handballhype in Magdeburg.

elbsport.com: Die Saisonvorbereitung startet am 9. Juli. Wie heiß bist du darauf, dass es wieder losgeht?

Fabian van Olphen: Ich freue mich, dass es nach viereinhalb Wochen wieder losgeht. Ich war viel mit meiner Familie und Freunden unterwegs und gehe jetzt mit großer Vorfreude in die neue Saison.

elbsport.com: Als Tabellenvierter der vergangenen Saison und Pokalfinalist hat der SCM eine sehr starke Saison gespielt. Jetzt wurden bereits mehr Dauerkarten als je zuvor verkauft und Magdeburg hat die höchste TV-Einschaltquote der Handballbundesliga. Spürst du als Spieler auch eine aufkommende Handballeuphorie in Magdeburg und hilft das auch im Spiel?

Fabian van Olphen: Man merkt, dass die ganze Stadt nach dieser letzten Saison heiß auf Handball ist. Man kriegt natürlich viele Komplimente von allen möglichen Leuten und auch daran merkt man, dass die Euphorie im Moment sehr groß ist. Und das möchten wir gerne mitnehmen in die nächste Saison, auch wenn es für uns nicht einfacher wird, weil die Erwartungen jetzt natürlich sehr hoch sind, dass wir die Leistung noch toppen oder sie zumindest bestätigen. Wir wollen einfach jedes Spiel gewinnen und freuen uns auf die neue Saison.

elbsport.com: Wie sieht nach dieser tollen Saison die Zielsetzung für die nächste Saison aus, auch international?

Fabian van Olphen: Das ist noch etwas früh zu sagen. Wir sind jetzt erst einen Tag zusammen, aber das Ziel muss sein, unsere Leistung der letzten Saison zu bestätigen. Wir wollen von Spiel zu Spiel gucken und nicht zu weit voraus denken. Wenn wir nur von Spiel zu Spiel denken, können wir uns voll darauf konzentrieren und werden auch erfolgreich sein.

elbsport.com: Mit den Erfolgen des SCM im vergangenen Jahr und dem Aufstieg des 1.FCM in die 3. Liga hatte die Landeshauptstadt zuletzt viel zu feiern. Glaubst du, dass Magdeburg das Zeug dazu hat, eine Art „Sporthauptstadt“ im Osten Deutschlands zu werden?

Fabian van Olphen: Ja, ich denke schon. Wenn wir das nicht sogar schon sind. Die Füchse sind keine „echte“ Ostmannschaft und Leipzig muss sich auch erstmal etablieren in der 1. Liga. Man merkt, dass der ganze Osten an den Magdeburger Sportvereinen interessiert ist, egal ob 1.FCM oder SCM. Deswegen glaube ich, dass wir schon die Sporthauptstadt im Osten sind.

elbsport.com: Auf Facebook und Instagram kann man sehen, dass du auch ein großer Fan des 1.FCM bist. Wie sehr verfolgst du das Fußballgeschehen und wie oft bist du im Stadion?

Fabian van Olphen: Das ist jetzt noch gar nicht so lange, aber der Kontakt zu den Spielern des 1.FCM ist jetzt schon sehr gut. Sie waren letztes Jahr öfter bei uns in der Halle, wir waren öfter bei denen im Stadion, da hat sich eine Freundschaft entwickelt. Deswegen verfolge ich das Fußballgeschehen jetzt auch sehr intensiv und freue mich, wenn der 1.FCM gewinnt.

elbsport.com: Mit Finn Lemke, Željko Musa und Michael Damgaard hat der SCM drei hochklassige Spieler verpflichtet. Hast du bereits Kontakt mit den Neuzugängen gehabt und wie hast du sie wahrgenommen?

Fabian van Olphen: Der erste Kontakt war sehr offen und die Jungs haben gleich versucht sich zu integrieren. Für Finn Lemke war es ein bisschen leichter, weil er Deutscher ist und auch schon einige Spieler und die Bundesliga kennt. Bis jetzt habe ich einen guten ersten Eindruck, aber wir sind jetzt auch erst einen Tag zusammen und man muss sehen, wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt.

elbsport.com: Insbesondere Lemke und Damgaard sind ja auch für dich von Interesse, da beide auf deiner Position im linken Rückraum spielen. Zusätzlich gibt es da ja auch noch Youngster Tomas Gebala, der den SCM ja am Ende der Saison verlassen wird, aber in dieser Saison sicher auch auf seine Einsatzzeit kommen will. Ist man also auf dieser Position überbesetzt und wie kann man die gewünschte Spielzeit von allen Spielern erreichen?

Fabian van Olphen: Finn und Michael sind natürlich auch für den linken Rückraum vorgesehen und es ist ja kein Geheimnis, dass meine Stärken eher in der Abwehr liegen. Aber man muss mal sehen, wie die Saison läuft, wer gesund und wer gut drauf ist. Wir haben jetzt gute Möglichkeiten zu rotieren und werden dann sehen, wer im linken Rückraum die meisten Spielanteile bekommt.

elbsport.com: Am 11.7. beginnt die traditionelle Sachsen-Anhalt Tour und du bist nun seit fast 10 Jahren dabei. Ist es da immer noch etwas Besonderes oder schon Routine?

Fabian van Olphen: Das Spiel in Möser (Fußballspiel gegen die Altherrenmannschaft von Grün-Weiß Möser, Anm. d. Red.) ist das absolute Highlight der Saison, das ist noch aufregender als das DHB-Pokalfinale (lacht). Da freuen wir uns sehr darauf. Das ist der erste Kontakt mit den Fans und wir spielen auch alle gerne Fußball auf Rasen elf gegen elf.

elbsport.com: Vor einigen Wochen war bereits vermeldet worden, dass der SCM eine Wildcard für die Champions League erhalten wird. Wenige Tage später verkündete die EHF, dass das System geändert wird und ihr doch „nur“ im EHF-Cup spielen dürft. Wie groß war die Enttäuschung danach?

Fabian van Olphen: Ich kenne die EHF ja nun schon ein bisschen länger und die treffen ihre Entscheidungen je nach Lust und Laune und wie die das für richtig halten. Deswegen wundert mich das nicht. Ich hatte mich auf die Champions League gefreut, weil ich noch nie Champions League gespielt habe und im EHF-Cup schon öfter mal. Aber jetzt ist es EHF-Cup und die Chance auf einen Titel steigt dadurch natürlich. Wir spielen jetzt um drei Titel und müssen das jetzt so hinnehmen und versuchen den EHF-Cup vielleicht zu gewinnen.

elbsport.com: Wie gefällt dir die Reform des DHB-Pokals, der ja nun direkt in einem kleinen Final-Four startet?

Fabian van Olphen: Es ist nicht ohne ein ganzes Wochenende zu spielen, dafür spart man ein Spiel in der Saison. Es ist jetzt zum ersten Mal so, dass man es so macht und jetzt muss man die Erfahrung sammeln, ob es gut oder schlecht ist.

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen viel Erfolg für die kommende Saison!

elbsport.com / Alexander klarner

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